Magdeburg l Ab dem 27. August 2020, wenn zwischen Olvenstedter Straße und Otto-von-Guericke-Straße die Straßenbahnen entlang der Tunnelbaustelle wieder fahren, wird im Adelheidring gebaut. Dann ist die Straße nicht allein für den Autoverkehr, sondern auch für Straßenbahnen dicht. Diese werden für ein Jahr durch die Olvenstedter Straße und über den Europaring umgeleitet. Die Arndtstraße und die Gerhart-Hauptmann-Straße werden von den Magdeburger Verkehrbetrieben (MVB) mit Bussen bedient.

Hier einige wichtige Fragen und Antworten:

Wo genau wird gebaut?

Der Bauabschnitt erstreckt sich von der Einmündung der Großen Diesdorfer Straße auf den Adelheidring bis zum Damaschkeplatz. Die Gleise sind etwa 30 Jahre alt, verschlissen und müssen ausgetauscht werden.

Bilder

MVB-Ersatzverkehr in Magdeburg - Diesdorfer Straße

Warum fahren die Bahnen nicht durch die Baustelle?

„Im Gegensatz zu den bisherigen Gleiswechseln in der Großen Diesdorfer Straße wird im Adelheidring der komplette Straßenraum umgestaltet“, erläutert MVB-Sprecher Tim Stein. Dazu gehört nicht nur der Neubau der Fuß- und Radwege, der Fahrbahn für die Autos und der Gleise, sondern auch der Neubau des barrierefreien Haltestellenpaars „Adelheidring“ mit Bahnsteigen unmittelbar vor der Kreuzung Damaschkeplatz. Vorgeschaltet ist noch der Neubau von verschiedenen Versorgungsleitungen der Städtischen Werke Magdeburg. Die Arbeiten sind Teil des Großprojekts der Zweiten Nord-Süd-Verbindung für die Straßenbahn durch Magdeburg. Nach Abschluss der Arbeiten werden noch straßenbegleitende Bäume gepflanzt. Aufgrund dieses Umfangs lässt sich die Sperrdauer von einem Jahr erklären.

Warum wurde nicht vor Freigabe des Tunnnels saniert?

Nur dank der Strecke im Adelheidring konnten während der Vollsperrung der Tunnelbaustelle für die Straßenbahnen diese in Stadtfeld-Ost fahren. Während einer gleichzeitigen Sperrung des Adelheidrings hätten keine Bahnen zwischen Albert-Vater-Straße, Damaschkeplatz und Westring fahren können.

Wie funktioniert der Busverkehr als Ersatz?

Die Busse fahren in den Hauptverkehrszeiten je Richtung im Zehn-Minuten-Takt. Mit dem 52er Bus bestehen Direktverbindung unter anderem zum Schlachthof, nach Sudenburg und zum Florapark. Günstige Umsteigepunkte sind zum Beispiel der Südring und der Wilhelmstädter Platz. Der 72er bietet eine Direktverbindung unter anderem zum Universitätsplatz. Dort wie am Olvenstedter und am Wilhelmstädter Platz bietet sich mit ihm das Umsteigen in die Straßenbahn an.

Die neuerliche Sperrung sorgt bei einigen Bewohnern Stadtfelds für Unmut. Volksstimme-Leser Klaus Vogler beispielsweise kritisiert, dass ein halber Stadtteil vom Straßenbahnverkehr abgeschnitten werde. Die bisherige Rundfahrt mit der Linie 1 sei Gold gegen die ab 27. August 2020 gültige Umleitung.