Magdeburg l Eigentlich sollte Mitte Oktober der Gleisbau auf dem Nordabschnitt des Breiten Wegs abgeschlossen sein. Doch wie die Magdeburger Verkehrsbetriebe am Freitag mitgeteilt haben, wird die Freigabe der Strecke für den Straßenbahnverkehr statt am 13. erst am 28. Oktober 2019 erfolgen.

Bis dahin bleiben die bestehenden Umleitungen für die Straßenbahnen und der Schienenersatzverkehr mit Bussen der Linie 41 erhalten. MVB-Sprecher Tim Stein sagte gegenüber der Volksstimme: „Bei der Ausschreibung für die gemieteten Busse hatten wir bereits eine Option vereinbart, dass der Schienersatzverkehr auch länger zum Einsatz kommen kann.“ Seit dem Beginn des Schuljahres sind auch zwei Gelenkbusse auf der Strecke, um der großen Nachfrage nach Plätzen in den Bussen Herr zu werden.

Eine Maschine fehlt

Grund für die Verschiebung ist – wie von der Volksstimme bereits berichtet – eine fehlende Maschine. Es handelt sich um eine Gleisstopfmaschine. Dieses Arbeitsgerät, das zum Stopfen des Oberbaus der Gleisanlagen notwendig ist, kann erst etwa zwei Wochen später, als im Bauablauf vorgesehen, nach Magdeburg gebracht werden. Grund ist der aktuelle Bauboom in Deutschland. Der neue Termin der Fertigstellung ist sichergestellt, sofern keine weiteren Behinderungen auftreten.

Zuletzt war ein entsprechendes Gerät auf einer Straßenbahntrasse im Bereich des SKL-Industrieparks im Einsatz, als während der Sperrung der Strecke zwischen Hasselbachplatz und Westerhüsen für den Bau auf der Schönebecker Straße die Zeit genutzt wurde, um auch in diesem Bereich Gleisschwellen auszutauschen.

Zuletzt fuhren Bahnen langsam

Der Nordabschnitt des Breiten Wegs ist die meistbefahrene Straßenbahnstrecke der Magdeburger Verkehrsbetriebe. Hier fahren üblicherweise die Linien 1, 2, 5, 8, 9 und 10 und verbinden den Norden und den Süden der Landeshauptstadt. Nach mehreren Jahrzehnten der Nutzung war das Gleisbett aber so verschlissen, dass es dringend repariert werden musste. Aus Sicherheitsgründen war die Höchstgeschwindigkeit hier zuletzt auf zehn Kilometer pro Stunde heruntergesetzt worden.

In den Jahren zuvor hatte es immer einmal wieder kleinere Reparaturen gegeben, die jetzt aber nicht mehr ausreichten. Daher musste ein grundhafter Ausbau auf die Beine gestellt werden, bei dem die alten Gleise zwischen Julius-Bremer-Straße und Opernhaus herausgerissen wurden und auch der komplette Unterbau gegen eine moderne Variante ausgetauscht wird. Nach dem Abschluss der Arbeiten sollen die Straßenbahnen auf einer geräuschgedämmten Strecke und einem Rasengleis rollen, das von barrierefreien Übergängen für die Fußgänger unterbrochen ist. Zudem werden die Bahnen dann wieder schneller fahren können.

Bau an Übergängen

MVB-Sprecher Tim Stein sagt: „Der Baufortschritt lässt sich täglich in der Fußgängerzone begutachten.“ Die neuen Gleise inklusive der Gleisschwellen sind verlegt. „Derzeit verladen und verteilen zwei Loren auf Schienen den Schotter für die Gleise.“ Auch auf den Randbereichen des Gleisbereichs wird gearbeitet. Es wurden bereits Winkelborde gesetzt und die Arbeiten an den neuen Fußgängerquerungen der Gleistrasse haben begonnen.

Ein Ärgernis für Anwohner und Passanten: Auch wenn an den Fußgängerübergängen gearbeitet wird, ist ein Überqueren der Baustelle an keiner Stelle möglich. Dazu müssen die Passanten den Umweg zur Julius-Bremer-Straße oder zum Universitätsplatz nehmen.

Übrigens: Auch die Haltestellen Opernhaus und Am Katharinenturm werden neu errichtet. Die Bahnsteige werden angehoben, damit sich der Spalt zwischen Straßenbahn und Bahnsteigkante weiter verringert. Die stadtauswärtige Haltestelle Opernhaus wird zudem zur Kreuzung Große Steinernetischstraße verlegt und damit die Umsteigewege zur benachbarten Bushaltestelle verkürzt.