Magdeburg l Statt Lieferwagen brausen Bobby-Cars um die Verkehrsinsel an der Einmündung der Maxim-Gorki-Straße zur Großen Diesdorfer Straße. Dort sitzen ein paar Leute in Liegestühlen auf dem Gehweg, hier matschen ein paar Kinder in Strandmuscheln. „Statt Strand“ steht darüber. Die Stimmung beim Straßenfest des Stadtfelder Geschäftsstraßenmanagements ist entspannt. An diesem Sonnabendnachmittag findet sich niemand, der sich daran stört, dass sich der Mensch ein Stück Straße zurückholt.

Langfristig könnte das an der Stelle auch dauerhaft passieren. Es gibt die Idee, die Ein- und Ausfahrt für den regulären Verkehr zu schließen, um dort einen Platz für mehr Aufenthaltsqualität zu entwickeln. Die möglichen Grenzen dieses Bereichs zeigte das Straßenfest. Auch wenn das frühestens 2020 geschehen würde, gab es bereits erste Kritik der Händler vor Ort.

Die teilt jedoch keiner der Anwesenden. Christian und Edda Schoening wohnen direkt neben der Einmündung in einer kleinen Sackgasse und finden die Aktion und die Idee dahinter klasse. „Es ist doch toll, wenn der Bereich verkehrsberuhigt wird, gerade für die Kinder. Sie können dann sicher zur Straßenbahn gehen“, sagen sie zum Beispiel.

Sorgen der Händler unverständlich

Für Philipp Böhme sind die Sorgen der Händler unverständlich. „„Radfahrende sind gut fürs Geschäft, nehmen sie doch mit Fußgängern zusammen am besten ihr Umfeld wahr und können flexibel auf Angebote und Auslagen reagieren. Auch kaufen sie häufiger ein und lassen damit mehr Geld in den Läden“, erklärt er.

Stadtplaner Tim Schneider weist darauf hin, dass bei den Überlegungen für den Platz auch ein sogenannter „Shared Space“ eine Rolle spielt. Dabei könnten Fahrzeuge im Schritttempo einen Teil des Platzes weiterhin überqueren. Für ihn gibt es keinen rationalen Grund gegen eine Platzgestaltung. Er ist vor Ort, weil das Stadtplanungsamt den bundesweiten Tag der Städtebauförderung u. a. mit dem Stadtfelder Straßenfest unterstützt. Eine Wiederholung oder Nachahmer für das Kiezfest würden dort sehr begrüßt werden.

Organisiert hat das Franziska Briese. Die Geschäftsstraßenmanagerin nutzt die Gelegenheit, um weitere Ideen für einen schöneren Stadtteil zu sammeln. An einem Brett können die Besucher ihre Wege im Quartier mit Fäden markieren, eine Pinwand ist mit Vorschlägen übersät, wie Stadtfeld noch besser werden könnte.

Ideen für Platznamen

Auch der Bürger für Stadtfeld e. V. ist mit einem Stand vor Ort. Dort sammelt der Vorsitzende Thomas Opp Vorschläge für die Benennung des möglichen Platzes. Frank-Giering-Platz lautet beispielsweise ein Vorschlag, in Erinnerung an den früh verstorbenen Schauspieler mit Stadtfelder Wurzeln.