Magdeburg l Autos mit einem großen Kamerasystem auf dem Dach installiert kurven derzeit durch Magdeburgs Straßen. Volksstimme-Leser Wolfgang Jaeger hat so einen Wagen im Verkehr entdeckt und per Foto festgehalten. Auf dem Fahrzeug ist deutlich „Google maps“ zu lesen. Die Fahrzeuge sind im Auftrag der Internet-Suchmaschine Google unterwegs.

Mit Hilfe des Kamerasystems werden Aufnahmen für die Option „Streetview“ der Straßenkarten im Netz gemacht. Dabei können die Internetnutzer 360-Grad-Panoramaansichten von Orten auf allen Kontinenten der Welt ansehen. In Magdeburg beziehungsweise in mehreren Orten Sachsen-Anhalts sollen die Wagen dafür noch bis September 2018 unterwegs sein. Das geht aus einer aktuellen Presseinformation des Internetunternehmens hervor.

Vom Bild bis zur Messung

Und so funktioniert das Ganze: Zuallererst müssen die Mitarbeiter vor Ort sein und Aufnahmen machen. Das passiert sowohl mit dem Pkw als auch mit Fahrrad, Trolley oder Rucksack. Damit jedes Bild dem richtigen geografischen Standort auf der Karte zugewiesen werden könne, „setzen wir Signale von Sensoren auf dem Auto, die den GPS-Standort, die Geschwindigkeit und die Richtung messen, miteinander in Beziehung“, heißt es vom Unternehmen Google. Dadurch sei man besser in der Lage, die genaue Route des Autos zu rekonstruieren, und Bilder könnten sogar nach Bedarf gekippt und neu ausgerichtet werden.

Um Lücken in den Panoramen zu vermeiden, nehmen nebeneinanderliegende Kameras leicht überlappende Bilder auf, die dann zu einer einzigen 360-Grad-Aufnahme zusammengefügt werden. Anhand der Geschwindigkeit, mit der drei Laser des Autos von Oberflächen reflektiert werden, werde ermittelt, wie weit ein Gebäude oder Objekt entfernt ist. Diese Daten ermöglichen die Konstruktion von 3-D-Modellen.

Google pixelt Gesichter zwecks Datenschutz

Was den Datenschutz betrifft: Handelt es sich um Aufnahmen von Google, werden laut Aussage des Unternehmens „Gesichter und Autokennzeichen automatisch unkenntlich gemacht“. Wem ein Gesicht oder ein Nummernschild auffällt, das stärker unkenntlich, oder wenn das eigene Haus oder Auto ganz unkenntlich gemacht werden sollen, der könne einen Antrag bei Google stellen.

Das Unternehmen weist darauf hin: „So eine Unkenntlichmachung eines Bildes durch Google lässt sich nicht rückgängig machen.“ Allerdings laden auch andere Nutzer Bilder für die Option Streetview ins Internet. Dazu heißt es von Google: „Wir machen keine Beiträge von Dritten unkenntlich, weil diese Inhalte nicht Google gehören.“ Wer sich selbst auf dem Bild eines anderen erkennt, soll die Funktion „Problem melden“ im Bilde nutzen.