Magdeburg l Die Ferienhaus-Suchmaschine "holidu" hat 80 Städte in Deutschland untersucht und die Fußgängerzone ins Verhältnis zur Gesamtlänge aller Straßen einer Stadt gestellt. Die Geodaten wurden dabei über verschiedene Internetportale ermittelt. Dabei kam dann heraus, dass Magdeburgs Straßen zu 3,4 Prozent aus Fußgängerzonen bestehen. Damit schafft es die Stadt in diesem Vergleich auf Platz acht.

Platz eins belegt Koblenz (5,52 Prozent), auf Platz 80 landet Ingolstadt (0,5 Prozent). Zum Vergleich: Rostock belegt Platz 5, Halle Platz 20, Dresden Platz 23, Erfurt Platz 28, Cottbus Platz 37 und Leipzig Platz 47. Bei dieser Studie wurde nicht die Qualität der Fußgängerzonen bewertet, sondern nur die Quantität. Frei nach dem Motto: viel Fußgängerzone, viel Freizeitwert.

Gut fürs Image von Magdeburg

Stellt sich die Frage nach dem Wert solcher Städtevergleiche für Magdeburg. „Grundsätzlich ist es erst einmal gut, wenn Magdeburg in solchen deutschlandweiten Vergleichen auftaucht und einen guten Platz belegt“, sagt Sandra-Yvonne Stieger, Geschäftsführerin der Magdeburg Marketing Kongress und Tourismus GmbH (MMKT). Das sei gut für das Image der Stadt.

Dabei denkt Sandra-Yvonne Stieger auch in Werbekategorien. „Viele Menschen werden auf der Internetseite des Unternehmens, das die Studie in Auftrag gegeben hat, auch auf Magdeburg stoßen und auf eine positive Aussage über die Stadt treffen. Das ist eine gute Werbung für Magdeburg mit großer Reichweite.“ Und wenn solche Vergleiche für Magdeburg nicht ganz so gut ausfallen, findet die MMKT-Chefin das natürlich nicht angenehm, „aber man kann daraus lernen und überlegen, was besser gemacht werden kann“.

Magdeburg wird europaweit wahrgenommen

Wenn sie gut gemacht sind, freut sich Georg Bandarau, Stadtmanager und Geschäftsführer von Pro M, ebenfalls über solche Städtevergleiche. „Und dass Magdeburg mittlerweile überhaupt mit dabei ist, zeigt, dass sich das Image der Stadt positiv verändert hat. Vor 15 Jahren wären wir auf solchen Listen nicht zu finden gewesen.“ Magdeburg werde deutschland- und auch europaweit wahrgenommen. „Die Stadt ist auf einem guten Weg, wobei die Qualität der Fußgängerzonen natürlich noch ausbaufähig ist.“

Eine Qualitätseinschätzung wagt Hans-Peter Pischner, Behindertenbeauftragter der Stadt Magdeburg. „Im Nordabschnitt des Breiten Wegs sind die Wegeverhältnisse für Menschen mit Bewegungseinschränkungen schon recht gut. In den großen Einkaufsstraßen in den anderen Stadtteilen sollte dagegen noch einiges passieren“, wünscht sich der Behindertenbeauftragte. „Aber aus dieser Perspektive kann ich sagen, dass Magdeburgs gutes Abschneiden im Fußgängerzonen-Vergleich passt.“

Magdeburg hat sich 2014 eine Prioritätenliste für den Ausbau von Fuß- und Radwegen gegeben, auf der 27 Maßnahmen aufgelistet sind.