Magdeburg l Mit einigen Monaten Verspätung wird die Sperrung der Sudenburger Großkreuzung in Magdeburg für den motorisierten Verkehr aufgehoben. Die Volksstimme beantwortet einige der wichtigsten Fragen.

Wann erfolgt die Freigabe?

In den Morgen- und Vormittagsstunden ist die Großkreuzung noch gesperrt. Gegen 11 Uhr ist eine Begehung mit der Straßenverkehrsbehörde geplant, im Anschluss soll die Freigabe für den Fahrzeugverkehr erfolgen. Dies werde in den Mittagsstunden der Fall sein, so Sprecher der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB), Tim Stein, auf Nachfrage.

Wird die Kreuzung komplett freigegeben?

Nein. Die Fahrspur von der Halberstädter Straße aus Richtung Hasselbachplatz kommend links in die Wiener Straße bleibt trotz erfolgten Baus des neuen Gleisvierecks weiterhin gesperrt. Denn in der Wiener Straße wird nach wie vor gebaut. Aus diesem Grund ist der Kurvenbereich zu schmal, als dass Lkw ihn befahren könnten. Außerdem bleibt die Einbahnstraßenregelung in der Wiener Straße und damit alle bislang geltenden Sperrungen im Kreuzungsbereich Wiener Straße/Am Fuchsberg sowie in den Auf- und Abfahrten zum und vom Magdeburger Ring bestehen. Im Südring steht zudem zunächst nur eine Fahrspur in Fahrtrichtung Stadtfeld zur Verfügung, die sich von Fahrzeugen und Bussen der MVB geteilt wird.

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Welche Auswirkungen hat die Freigabe?

Die Sperrung des Sudenburger Verkehrsknotens, in dem seit dem vergangenen Sommer ein neues Gleisviereck gebaut wurde, und die Sperrung der Eisenbahnunterführung am Hauptbahnhof für den Bau des Citytunnels führten zu erheblichen Verkehrseinschränkungen und einem drastischen Anstieg der Zahl der Fahrzeuge auf den Umleitungsstrecken beispielsweise in der Sudenburger Wuhne und der Liebknechtstraße.

Beide Großprojekte haben den Straßenverkehr im Innenstadtbereich im Griff. Auf dem Magdeburger Ring zeigte sich dies beispielsweise in den Abfahrten Halberstädter Straße und Lemsdorfer Weg mit Rückstaus bis auf den Ring. Auf den Umleitungsstrecken sollte sich eine spürbare Entlastung einstellen, auch wenn dies sicherlich ein paar Tage dauern wird, da viele sich an die Umleitungsstrecken gewöhnt haben, wie Tim Stein verweist.

Dass die Halberstädter Straße nun durchgängig genutzt werden kann, begrüßen ansässige Händler. Die Sperrung der Kreuzung führte zu einem Umsatzeinbruch, da Kunden aufgrund der teilweise komplizierten Wegebeziehungen während der Zeit der Sperrung fernblieben.

Drastischstes Beispiel ist das Restaurant „Mittelmeer Aroma“, das direkt an der Südring-Kreuzung liegt: Dessen Betreiber begründete in der Volksstimme die Schließung mit dem Fernbleiben von Gästen aufgrund der Bauarbeiten. Außerdem sorgte die mangelnde Kommunikation der MVB für Kritik.

Warum erfolgt die Freigabe erst jetzt?

Fehlplanungen und ungünstige Witterungsbedingungen führten zu einem Verzug der Fertigstellung des Gleisvierecks, das abschnittsweise gebaut wurde, von fünf Monaten. Seit der Fahrplanumstellung vom 1. April können Straßenbahnen über die Kreuzung rollen – die Fahrzeuge ziehen nun nach.

Wie geht es mit den Bauarbeiten in der Wiener Straße weiter?

Die Straße bleibt weiterhin eine Baustelle. Im Bereich zwischen Halberstädter Straße und Ringbrücke dauern die Arbeiten zum Bau einer neuen Klinkebrücke an. Außerdem wird an der neuen Straßenbahntrasse als Teilstück der 2. Nord-Süd-Verbindung gearbeitet.

In diesem Jahr soll diese zumindest bis zur Leipziger Straße fertiggestellt werden, so die MVB.

Wann rollt die erste Straßenbahn in der Wiener Straße?

Das ist offen. Denn nach dem Gleisviereck in der Halberstädter Straße muss auch eines in der Leipziger Straße geschaffen werden, welches die Gleise der Leipziger Straße, der Wiener Straße und der Raiffeisenstraße verbindet. Die Arbeiten an der neuen Trasse in der Raiffeisenstraße als Verbindung zur Schönebecker Straße werden im kommenden Jahr aufgenommen und 2019 abgeschlossen sein. Aktuell laufen Abstimmungen zwischen MVB und Stadt, zu welcher Zeit Sperrungen in der Leipziger Straße für den Bau des Gleisvierecks vorgenommen werden sollen. Bevor dieses Projekt angepackt wird, muss eine 110-kV-Leitung der Städtischen Werke Magdeburg (SWM) verlegt werden.