Magdeburg l Welchen Song sie für ein professionelles Musikvideo wählen würden, wussten die Musiker von „Desert Sweet“ aus Magdeburg. Auch die Story dazu hatten sie sich ausgemalt. Dass es ihnen tatsächlich gelingen würde, die siebenköpfige Jury des Bandcontestes zu überzeugen, das hatten sie nicht auf dem Schirm. Doch einstimmig entschied sich die Jury für die fünf Magdeburger.

Sie seien mutig gewesen, haben ein völlig neues Set präsentiert, neue Songs geschrieben und die Jurykritik aus der Vorrunde umgesetzt, so Jurysprecher Stephan Michme.

Surfen im Kalifornien der 60er

Handwerklich war bei Gitarrist Nicolas Schmitz (26), Schlagzeuger Mark Trebeljahr (23), Bassist Leroy Denke (25), Gitarrist Robin Schmidt (22) und Sänger Hannes Stocker (24) wenig zu beanstanden. Das Publikum surfte mit ihnen im Kalifornien der 60er Jahre. Es waren nicht die großen Wellen, die sie mit ihren Klangteppichen ritten, eher geschmeidig glitt das Publikum mit „Desert Sweet“ in den Abend.

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Die Magdeburger hatten den Auftakt bestritten und mussten sich sogleich wieder in die Spur machen – zum Auftritt beim „Hassel Fever“. Musikerleben eben. Zur Bekanntgabe der Contest-Gewinner waren sie, wenn auch völlig erschöpft und nicht mehr vollzählig, rechtzeitig wieder da.

Jüngstes Trio erst 14 und 15 Jahre alt

Warten können hätte die Jury ohnehin nicht. Denn bei den Jüngsten des Abends, „Die Streber“, griff noch das Jugendschutzgesetz und ein pünktliches Veranstaltungsende war unabdingbar. Das Trio, das zwischen 14 und 15 Jahre jung ist, wurde zum Publikumsliebling gewählt. Bei ihnen traf Punk und Rock auf die Pubertät. Robert Wäldrich (Gesang, Gitarre), Felix Tränkner (Schlagzeug) und Heinrich Stöckmann (Bass) haben sich mit ihrem Enthusiasmus zweifelsohne in die Herzen des Publikums gespielt. Dass ihnen durch den Vorrundensieg bereits ein Wunsch erfüllt wurde – ihr Song wurde im Radio gespielt –, wurde nun vom Finalsieg übertroffen. Von den dreien wird gewiss noch zu hören sein, nicht zuletzt, wenn sie ihren Preis – eine kleine Festivaltour – antreten.

Von der Bühne verschwinden wird gewiss auch nicht Pedro Querido. Dem portugiesischen Singer-Songwriter klebte das Publikum an den Lippen. Im Prinzip hat der 27-Jährige alles, was es für eine Solokarriere braucht: eine wundervolle Stimme, smartes Auftreten und eingängige Songs. Die Gitarre spielt er ebenso passioniert wie leidenschaftlich. Lediglich ein Überraschungsmoment im Vergleich zur Vorrunde hat gefehlt.

Mal auf Englisch, mal auf Spanisch

Dieses konnte Äli-A liefern. Sie hatte vieles von dem, was ihr die Jury mit auf den Weg gab, in kürzester Zeit umgesetzt. Äli-A, die mit bürgerlichem Namen Alena Figueroa heißt, arbeitete an Gesang und Gitarrenspiel. Sie hatte eine Menge Fans und Freunde mitgebracht, die feierten. Barfuß und mit weißem Strich über Wange und Nase packe sie Songs aus, die von ihrer Familie, dem Reisen, der Liebe und dem Stolz, eine Frau zu sein, handeln. Mal auf Englisch mal auf Spanisch, ein wenig Sprechgesang und jede Menge Abwechslung in Stimme und Stil. Dazu ein bisschen Latino-Flair, und vollendet war der wundervolle Auftritt.

Eine ganz andere Rezeptur hatte dagegen Paolo. Die Blankenburger Band haute einfach ein bisschen Rock und Pop - funkig in den Topf, rührte mit Gitarren die deutschsprachigen Texte zusammen und brachte so das Publikum zum Tanzen.

Poppige Melodien und gute Laune

Das Grande Finale oblag der Magdeburger Band „BerniKaloe“. Die Musiker gehörten zweifelsohne zu den erfahrensten des Abends. Haben Sängerin Bernadette Bartholomäus, Gitarrist Karsten Lösecke, Bassist Christian Völkers, Keyboarder Anthony Fisher und Schlagzeuger André Geiger doch schon auf vielen Bühnen gestanden – wenngleich nicht oft in dieser Formation. Ton in Ton bilden sie dennoch ein Team, kitzelten poppige Melodien und gute Laune heraus. Eingängige und abwechslungsreiche Songs, in einem Konglomerat verschiedener Genres – ein perfekter Abschluss und bestes Entertainment.