Haus an der Karl-Schmidt-Straße erhielt Bilder und ein Gedicht des Konstrukteurs

Technikmuseum bereichert die Ausstellung über Rudolf Wolf im Zirkusmuseum

Von Marco Papritz

Buckau l Mit einer Spende in Form von zwei Bildern sowie einer Kopie eines handschriftlich verfassten Gedichtes hat das Magdeburger Technikmuseum die Ausstellung über Rudolf Ernst Wolf (1831 bis 1910) im Buckauer Zirkusmuseum bereichert. Seit Jahren verfügt das Technikmuseum an der Dodendorfer Straße über Bilder, die einst im Büro des Konstrukteurs und Unternehmers, Gründer der Maschinenfabrik R. Wolf (kurz MAW), hingen. Zudem befindet sich eine Kopie eines Gedichtes von Wolf an seine Ehefrau Ottilie im Bestand des Museums. "Wir haben in unserer Halle nicht die Voraussetzungen, die Bilder mit Kreide und Temperafarben beziehungsweise Öl so zu präsentieren, dass sie noch lange erhalten bleiben. Daher sind sie hier in der Wolf\'schen Unternehmervilla viel besser aufgehoben", sagte Gerhard Unger, Leiter des Technikmuseums, bei der Übergabe.

Die Exponate stammen aus dem Fundus von Marianne Harsch aus Potsdam. Zum 100. Todestag von Rudolf Wolf habe sie Kontakt mit dem Technikmuseum aufgenommen und die Stücke angeboten, sagte Unger.

Malerin der beiden Bilder war die Magdeburgerin Marianne Rusche. "Sie war eine Schulfreundin der Tochter von Rudolf und Ottilie Wolf, die auch Ottilie hieß", so Gerhard Unger. Ottilie sei mit einem Harsch verheiratet gewesen. "Sie hatten einen Sohn, der der Mann von Marianne Harsch gewesen ist, von der wir das Material bekommen haben", erläuterte er.

Das Bild mit dem Motiv der Stadtansicht stammt aus dem Jahr 1908. Das zweite zeigt die Villa "Ottilienruh" in Ilsenburg. Gerhard Unger: "Diese Villa hat Rudolf Wolf seiner Frau bereits 1888 geschenkt und dazu handschriftlich als Dank für die Unterstützung ein eigenes Gedicht verfasst. Sie hat sich um die Erziehung der Kinder gekümmert, während er das Unternehmen leitete." Eine Kopie der in Alt-Hochdeutsch verfassten Zeilen wird künftig im Ausstellungsraum zum Leben von Rudolf Wolf zu sehen sein.

Noch eine Geschichte wusste Gerhard Unger zu berichten: Im Garten der Ilsenburger Villa befand sich eine Wolf-Büste, die nach der Wiedervereinigung Deutschlands vom Nachfolgeunternehmen des SKL aufgearbeitet wurde. "Sie befindet sich im Eingangsbereich des Unternehmens", so Unger. Das Technikmuseum hat die Büste scannen lassen, um daraus eine Miniaturausgabe zu erstellen, die als Ehrenpreis vom Technikmuseum etwa an verdiente Mitarbeiter verliehen wird. "Wir suchen jemanden, der uns einen Bronzeabguss in der Originalgröße der Büste herstellen kann, die sehr gut zu unserer Büste von Hermann Gruson passen würde", kündigte er an. Die Ausstellung über Konstrukteur Rudolf Wolf ist Teil der Objekte, die auf einer Fläche von über 700 Quadratmetern im Zirkusmuseum zu sehen sind. 2005 formierten sich Magdeburger zum Freundeskreis "Circus". Ehemalige Artisten, Dompteure, Zeltarbeiter, Musiker und Freunde des Circus erhalten und pflegen das Genre "Circus" in der im Jahr 2008 restaurierten Wolf\'schen Unternehmervilla, dem 1. Magdeburger Circusmuseum.

Das Museum ist dienstags von 10 bis 17 Uhr, mittwochs bis freitags von 10 bis 14.30 Uhr und sonnabends von 10 bis 13 Uhr sowie nach Vereinbarung (Telefon 4 05 15 45) geöffnet.

www.circusmusem- magdeburg.de, www.technikmuseum- magdeburg.de