Magdeburg l Im Frühjahr 2020 herrschte Ruhe auf den Schulwegen in Magdeburg wie in ganz Deutschland: Wegen Corona-Pandemie und Osterferien gab es keinen Unterricht. Doch diese Situation wird sich wieder ändern, und damit ist auch der Weg der Kinder und Jugendlichen, die am Edithagymnasium im Magdeburger Stadtteil Nordwest lernen, Thema. Denn der, so hatte es ein vom Stadtrat beschlossener Antrag der SPD-Ratsfraktion gefordert, sollte besser gesichert werden. Insbesondere sollte sichergestellt werden, dass vor der Schule am Lorenzweg Tempo 30 eingehalten wird.

Zunächst hatte die Magdeburger Stadtverwaltung argumentiert, dass die Unebenheit in der Fahrbahn, die durch den Bau einer neuen Querung für die Straßenbahn entstanden ist, ausreichen würde, Raser an dieser Stelle auszubremsen. Inzwischen aber hat man sich eines anderen besonnen: Es wurden zwei Schwellen installiert, die in hohem Tempo zu überfahren sich als unangenehm für den Fahrer und als schädlich für das Fahrzeug erweisen kann.

Diese Maßnahmen zur Verkehrssicherheit im Lorenzweg standen nun noch einmal auf der Tagesordnung im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehr. Und hier prallten – noch einmal – zwei gegensätzliche Positionen aufeinander. Auf der einen Seite Grünen-Fraktionschefin Madeleine Linke: Sie ist unzufrieden damit, dass nach Installation der Bremsschwellen jetzt laut Stadtverwaltung keine regelmäßigen Geschwindigkeitskontrollen mehr stattfinden sollen.

Gefahr für Radfahrer?

Auf der anderen Seite CDU-Stadtrat Frank Schuster, dem die Geschwindigkeitsregulierung an dieser Stelle offenbar zu weit geht. Er sagt: „Mich katapultiert es an die Decke, selbst wenn ich im Schritt­tempo über die Schwellen fahre. Und ich sehe auch eine Gefahr für Radfahrer.“ Der Grund: Vor dem Edithagymnasium gibt es Parkbuchten quer zur Fahrbahn. Wenn lange Fahrzeuge hier abgestellt sind, ragen sie weit auf die Fahrbahn hinaus. Und wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, muss dann die Temposchwelle überqueren und kann nicht so, wie es eigentlich vorgesehen ist, einfach an der Seite vorbeifahren. Würden hier schmalere Temposchwellen vielleicht etwas bringen?

Lutz Constabel ist Abteilungsleiter Straßenbau im Tiefbauamt und meint, dass dies keine Lösung sei. Die Breite der Schwellen sei ohnehin schon verringert worden, so dass an den Seiten 70 Zentimeter Platz sind. Würden sie noch schmaler ausfallen, würden Autofahrer noch eher auf die Parktaschen ausweichen, wenn diese nicht besetzt sind und die Stelle doch in einem zu hohen Tempo passieren. Abgesehen von dem Verstoß gegen die Verkehrsregeln: Solche Ausweichmanöver würden auch dem Straßenpflaster in den Parktaschen nicht gut tun.

Rückkehr des Blitzers

Um den Sorgen von Madeleine Linke zu begegnen, soll noch einmal eine Geschwindigkeitskontrolle vorgenommen werden. Die Ergebnisse sollen den Stadträten zur Verfügung gestellt werden.

Unabhängig von der Situation auf dem Lorenzweg mahnt Frank Schuster derweil an, dass der Schulweg für die Schüler gesichert werden muss, die aus Richtung Albert-Vater-Straße von der Bushaltestelle kommen. Dabei bekommt er auch vom Baudezernenten Dieter Scheidemann Unterstützung, der den Bau einer Querungs­hilfe aber mit einem erheblichen Aufwand verbunden sieht. Im Zweifelsfall müsse das Baudezernat ein wenig von seinem Areal an der gefährlichen Stelle abgeben, um den Bau einer entsprechenden Anlage zu ermöglichen.

Künftig dürften die Schülerströme zum Edithagymnasium ohnehin anders verlaufen: Wenn die Straßenbahntrasse zwischen Olvenstedter Straße und Hermann Bruse-Platz freigegeben wird, die als Teil der Zweiten Nord-Süd-Verbindung für die Straßenbahn durch Magdeburg gebaut wird, entsteht in Nachbarschaft des Gymnasiums eine neue Haltestelle. Die Strecke befindet sich noch im Bau.