Magdeburg l Illegale Graffiti sind in Magdeburg nicht nur ein Ärgernis, sondern auch ein nicht zu vernachlässigender Kostenfaktor. Etwa 100.000 Euro muss die Stadtverwaltung pro Jahr aufwenden, um Schmierereien an ihren kommunalen Gebäuden entfernen zu lassen. Zahlreiche Privateigentümer wissen ebenso um das Problem und die Kosten. Auf der jüngsten Bürgerversammlung in Stadtfeld war Oberbürgermeister Lutz Trümper erst wieder mit dem Thema konfrontiert gewesen.

Nun wollte auch AfD-Stadtrat Christian Mertens von der Stadtverwaltung in einer Anfrage wissen, wie die Landeshauptstadt mit dem Thema umgeht, ob es besondere Maßnahmen gibt, im Vorfeld bereits illegale Graffiti zu verhindern, oder gar ein städtisches Konzept gegen die Schmierereien.

Graffiti schnellstmöglich entfernen

Der zuständige Beigeordnete für Umwelt, Personal und Allgemeine Verwaltung, Holger Platz, bezog dazu jetzt Stellung. Demnach gibt es derzeit außer einer Dienstanweisung zur Bekämpfung von Graffiti kein städtisches Konzept. Die Dienstanweisung regelt die Verfahrensweise im Umgang mit illegalen Graffiti von der polizeilichen Aufnahme, über das Stellen eines Strafantrages bis hin zur Entfernung. Laut Platz werden Graffiti an Gebäuden, die dem Eigenbetrieb Kommunales Gebäudemanagement zugeordnet sind, auch zügig entfernt.

Bei strafrechtlich relevanten Graffiti werde grundsätzlich das Polizeirevier informiert. Nach Abschluss der Ermittlungen fordere das Ordnungsamt den Eigentürmer der betroffenen Immobilie auf, die Schmiererei kurzfristig zu entfernen, wenn dies nicht schon selbstständig gemacht wurde, so Platz. Unterstützung bei der Entfernung von Graffiti gewährt die Stadt Magdeburg privaten Eigentümern nicht.

Was vorbeugende Maßnahmen anbelangt, so würde bei Instandsetzungsarbeiten an Brücken ein Graffitischutz ausgeschrieben. Diese Sonderbeschichtung soll das Entfernen der Graffitifarben erleichtern, so Platz. Jedoch: Wenn ein Graffito entfernt wurde, muss danach auch eine neue Sonderbeschichtung aufgebracht werden. Das ist teuer und die Arbeiten sind gesundheitsschädlich, müssen unter besonderen Schutzvorkehrungen erfolgen, so Platz.