Magdeburg l „Es geht um die Sicherheit Tausender Radfahrer und Fußgänger“, begründete Ruben Goldhahn seinen Vorschlag zur Ausweisung autofreier Zonen auf der Pfälzer und auf der Walther-Rathenau-Straße im unmittelbaren Umfeld der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Der Student trat nicht zum ersten Mal im Stadtrat auf. Während er für seine kritischen Nachfragen zur geplanten Bebauung des Stadtmarschs noch viel Verständnis und teilweise Zustimmung erfuhr, stieß er zumindest mit dem zweiten Teil seines aktuellen Vorschlags auf kategorische Ablehnung bei Ratsmehrheit und Verwaltung.

Goldhahn hatte nebst der nötigen Verbesserung der Verkehrssicherheit angeführt, dass zur Ausweisung einer autofreien Zone, zur Not auch einer Fahrradstraße im Umfeld der Universität keine großen finanziellen Mittel nötig seien. „Man stellt ein paar Schilder auf und fertig.“ Spätestens im Moment, in dem der Student den Namen Walther-Rathenau-Straße für eine mögliche Verkehrsberuhigung im Munde führte, wurde es laut im Saal. Stadträte verschiedener Fraktionen reagierten wahlweise mit Kopfschütteln, beißendem Gelächter oder deutlichen Bekundungen von Missfallen.

Der für Bau, Verkehr und Stadtentwicklung zuständige Beigeordnete Dieter Scheidemann (parteilos) antwortete einlenkend und gefasst: „Bei der Pfälzer Straße sind wir dicht beieinander. Eine Verkehrsberuhigung für den Abschnitt am Campus ist beschlossen.“ Tatsächlich passieren diesen täglich Tausende Studenten zu Fuß. Für die Walther-Rathenau-Straße – stark frequentierter Teil der B 1 und regelmäßig überlastete Ausweichstrecke im Fall von Sperrungen auf der A 2 – reagierte Scheidemann resolut. „Dort kommt eine Verkehrsberuhigung für uns nicht infrage. Die Straße ist für uns zu wichtig für den Verkehr.“