Magdeburg l Nach der Veröffentlichung der Unterlagen zur Untersuchung einer Entlastungsstraße für den Osten Magdeburgs hatte Jörg Richter von der Bürgerinitiative (BI) „Für Ostelbien“ zahlreiche Anrufe, Nachrichten und E-Mails erhalten. Die aktuelle Verkehrsuntersuchung wird unter den Anwohner heiß diskutiert.

„Wir sehen die Ergebnisse der neuen Verkehrsuntersuchung positiv. Schön ist, dass die seit fast 20 Jahren diskutierte Straßenführung einer Entlastungsstraße untersucht und deren Vorteile sehr deutlich werden", so der Mitiniator der BI auf Volksstimme-Nachfrage. Für Verwunderung sorge nur das Fazit des Beigeordneten für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr, Dieter Scheidemann.

„Nach jahrelangen Diskussionen, sachlichen Erläuterungen der direkt betroffenen Anwohner, den nervenaufreibenden Erfahrungen des letzten Jahres mit der behelfsmäßigen Umleitung durch Menzer Straße und Klusdamm, Bürgerforen, Ausschusssitzungen und Verkehrszählungen fasst der Beigeordnete den Prozess mit der Empfehlung zusammen, den Status quo beizubehalten?“, so Jörg Richter. Hier ist laut Bürgerinitiative endlich eine klare politische Entscheidung im Sinne der Bürger notwendig.

Status quo wird abgelehnt

„Klar muss abgewogen werden, ob die Entlastung vieler mit einer möglichen Neubelastung Einzelner durchsetzbar wäre – aber sinnvoll ist es“, ist sich die Bürgerinitiative einig. Der Zusammenschluss von Anwohnern aus Prester und Cracau will nicht irgendeine, sondern die beste Lösung, der Status quo werde abgelehnt.

In der von der Stadt in Auftrag gegebenen Untersuchung einer Entlastungsstraße für den ostelbischen Bereich zeigt eine Variante eine deutliche Reduzierung des Durchgangsverkehrs auf durchschnittlich 80 Prozent weniger Verkehr. Allerdings müssten dafür andere, bisher „ruhige“ Bereiche erschlossen werden.

Konzept für den Osten gefordert

Die Bürgerinitiative „Für Ostelbien“ macht sich schon lange stark für eine Ostumgehung. Immer mehr Autos aus dem Umland, Schwerlasttransporter von früh bis spät, fehlende Radwege, neue Wohngebiete und kein Konzept für die Zukunft Ostelbiens, das bemängelt die BI. „Es geht uns um eine Perspektive für Ostelbien insgesamt, in dem immer neue Bauvorhaben genehmigt wurden, ohne die Infrastruktur mitzuentwickeln. Unser Ziel ist ein Gesamtkonzept“, so Jörg Richter

Konkret soll die neue Straße die Quell- und Zielverkehre in und aus den ostelbischen Stadtteilen Richtung Innenstadt über die Nordbrücken ableiten und Pechauer, Genthiner sowie Cracauer Straße vom Durchgangsverkehr, sowie Anliegerstraßen von Schleichverkehren entlasten. Eine neue Buslinie soll unter anderem die Stadtteile Neugrüneberg, Puppendorf und Zipkeleben erschließen.

In weiterer Zukunft – das wünscht sich vor allem die CDU-Stadtratsfraktion – könnte die Trasse Teil einer Innenstadtumgehung samt dritter Elbquerung im Süden der Stadt sein.