Die Farbe der Radwege am Magdeburger Damaschkeplatz wird nun im Stadtrat entschieden. Vier Fraktionen fordern rotes Pflaster.

Magdeburg l Der Damaschkeplatz in Magdeburg wird wegen des Neubaus eines Gleisvierecks für die Straßenbahn umgestaltet. Auch ein Radweg wird künftig rund um die Kreuzung führen. Ein Teil ist bereits angelegt – und vom Gehweg nicht zu unterscheiden, so der Vorwurf des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). Deshalb sollte er besser sichtbar sein, so die Forderung des Verbandes.

Jetzt gibt es einen entsprechenden Ratsantrag, der das Anliegen aufnimmt. Die Fraktionen von Grüne/Future!, SPD, FDP/Tierschutzpartei sowie Gartenpartei/Tierschutzallianz haben diesen gemeinsam formuliert, um die aktuelle Situation zu ändern. Ihre Forderung im Wortlaut: „Die Radwege sollen sich ausreichend von den Gehwegflächen abheben. Zur Umsetzung sind rot eingefärbte Betonplatten oder roter Asphalt zu verwenden.“

Rote Wege sind gängige Praxis

Begründet wird die Forderung mit der eigentlich seit Jahren betriebenen Praxis, Radwege rot zu markieren. Konflikte zwischen Fußgängern und Radfahrern sollen so vermieden werden. Auch die „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen“, ein bundesweit gültiges Regelwerk, schreibt eine deutliche, farbige Markierung vor. „Ein zehnjähriges Kind muss schon beim Zufahren auf die Kreuzung direkt erkennen, wo es fahren muss“, verdeutlicht Norman Dreimann, Vorsitzender des ADFC Magdeburg. Umgesetzt wurde eine solche Markierung beispielsweise jüngst beim Domviertel am Breiten Weg oder bei der neuen Straßenbahnstrecke in der Raiffeisenstraße, wie die Antragsteller zum Beleg anführen.

Auch die Radwege im Bereich der Tunnelbaustelle am Hauptbahnhof werden rot asphaltiert. Die Grenze zwischen beiden Baustellen verläuft etwa in Höhe der Ringbrücke. Stand jetzt endet der rote Radweg vom Bahnhof kommend kurz vor dem Damaschkeplatz und wird mit grauem Pflaster fortgeführt.

In beiden Richtungen befahrbar

Ein weiterer Grund, der für eine bessere Markierung spricht: Der Radweg am Damaschkeplatz darf künftig in beiden Richtungen befahren werden. Grundsätzlich eine gute Entscheidung, lobt der ADFC. Doch vorher gegeben hat es das in dieser Form in Magdeburg noch nirgendwo. Um das besser zu signalisieren, wären eine Trennlinie und Richtungspfeile als zusätzliche Markierungshilfen angebracht, erklärt der Vorsitzende.

Die nächste Ratssitzung ist für den 21. Januar geplant. Laut den Unterzeichnern des Antrags soll dann sofort darüber abgestimmt werden, „damit die Bauarbeiten entsprechend dem Beschlussvorschlag möglichst zügig fortgesetzt werden können.“ Denn während auf beiden Seiten des Editharings die Wege bereits gepflastert wurden, stehen diese Arbeiten auf der Seite des Adelheidrings noch aus. Am Editharing müsste bei entsprechender Entscheidung, das Pflaster somit ausgetauscht worden.

Farbe nur zweite Wahl

Der Einsatz von Farbe wäre nur zweite Wahl. Denn wie beispielsweise der Radfahrstreifen in der Schönebecker Straße in Höhe von Gewächshäusern und Gellschaftshaus zeige, verblasse diese schnell, wie Norman Dreimann hinweist.

In einer Visualisierung der Magdeburger Verkehrsbetriebe zur neuen Bahnstrecke sind die Radwege noch rot markiert. Warum das geändert wurde, dazu gibt es weiterhin keine Stellungnahme der Stadt.