Magdeburg l Es ist Zeit, dass sich was dreht! Der Radverkehr nimmt zu, die Stadt investiert jedoch zu wenig in Infrastruktur und Sicherheit für Fahrradfahrer. Ein Vorwurf, der an die Stadtverwaltung gerichtet ist und hinter dem längst nicht mehr nur die Mitglieder des ADFC stehen. Eine Fahrraddemonstration soll auf die Missstände aufmerksam machen.

Konkrete Forderungen an die Stadt

Am 18. Mai veranstaltet der ADFC wie im vergangenen Jahr auch Sternfahrten, Kundgebung und Demofahrt über den Magdeburger Ring. „Mehr Platz fürs Rad“ ist der Titel der bundesweiten Kampagne, hinter dem konkrete Forderungen stehen. Dazu gehört nicht nur die Berufung eines Radverkehrsbeauftragten, die Sanierung von Radwegen und die Umverteilung von Verkehrsflächen, sondern auch das Vorhalten von 11 Euro pro Einwohner im Jahr für den Radverkehr.

ADFC-Vorstandsmitglied und Grünenstadtrat Jürgen Canehl fordert darüber hinaus die Umsetzung der Stadtratsbeschlüsse. Dazu gehöre es beispielsweise, Kopfsteinpflaster mit Asphalt zu überziehen. X-mal habe Canehl schon mit den Verantwortlichen am Tisch gesessen und diskutiert. „Ich habe immer nur gehört, das lässt sich nicht machen. Das hält nicht.“ Dabei gebe es zahlreiche Beispiele, wo es doch ging. Und es hält.

Auch die längst überfällige Umsetzung des Beschlusses aus dem Jahr 2011 fordere er. In diesem heißt es, dass die Stadt einmal im Jahr einen öffentlichen Fahrradaktionstag durchzuführen hat. „Mit diesem Beschluss tat sich die Stadt damals schwer, weswegen der ADFC die Organisation übernommen hat“, erklärt Canehl. Sieben Mal habe man ihn nun veranstaltet. Im vergangenen Jahr musste man ihn absagen. „Es übersteigt einfach unsere Kräfte, ihn zu organisieren.“ Die Stadt sei in der Pflicht.

Stadtverwaltung soll zur Arbeit radeln

Und tatsächlich sei, wie Stadtsprecher Michael Reif mitteilt, in diesem Jahr ein Fahrradaktionstag geplant. Ob dieser im Sinne Canehls und Co ist, darf bezweifelt werden. Im Rahmen des Fahrradaktionstages der Stadt Magdeburg werden alle Mitarbeiter der Stadt aufgerufen, am 3. Mai mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren, erklärt Reif. „Die Stadtverwaltung setzt ein Zeichen für den Klimaschutz“, laute die Überschrift der Aktion. Treffpunkt sei dann 9 Uhr auf dem Alten Markt. Infostände oder ein Programm rund ums Radfahren sind nicht geplant.

Das wird es auch bei der Fahrraddemonstration nicht geben. Zwar werden ADFC-Vorsitzender Norman Dreimann, Hans-Joachim Döring, Umweltbeauftragter der evangelischen Kirche Mitteldeutschland, und ein Vertreter der Umweltinitiative „Fridays for future“ ein paar Worte an die Teilnehmer richten, für Infoveranstaltungen und Rahmenprogramm fehlen jedoch Kraft und Kapazitäten. Auch die Sternfahrt wird mit fünf statt acht Routen kleiner ausfallen.

Die eigentliche Demofahrt starte ca. 11.30 Uhr auf dem Heinrich-Heine-Platz (Sternbrücke), führt durch die Innenstadt und über den Magdeburger Ring in den Glacis-Park und endet bei den M-Tails.