Magdeburg l Wer in Magdeburg auf der Bundesstraße 1 unterwegs ist, konkret vom Herrenkrug bis zur Tangentenauffahrt Albert-Vater-Straße, passiert vier von sechs der „gefährlichsten Kreuzungen“ der Stadt. Besonders häufig kommt es an der großen Kreuzung zum Herrenkrug, an der Einfahrt zum Tunnel, am Universitätsplatz und an der Ausfahrt vom Tunnel zu Verkehrsunfällen– allesamt an der B1.

Insgesamt 8340 Unfälle registrierte die Polizei 2018 (2017: 7949); 92 davon allein an diesen vier Kreuzungen. Seit Jahren auffällig hohe Unfallzahlen schreibt die Walther-Rathenau-Straße sowohl an der Tunneleinfahrt als auch an der Tunnelausfahrt. Tendenz: steigend. Die von der Polizei ermittelten Top-4-Unfallstellen führen bereits seit Jahren die Statistik an.

Spitzenreiter ist Walther-Rathenau-Straße

Spitzenreiter ist sie mit 36 Unfällen Höhe Beethovenstraße. Mit 31 Unfällen im Jahr 2017, bei denen vier Personen zu Schaden kamen, eine sogar schwer verletzt wurde, und mit 30 Unfällen im Jahr 2016 (vier Leichtverletzte) zeichnet sich kein Unfallrückgang ab. Hauptunfallursache ist ein fehlerhafter Spurwechsel. Höhe Beethovenstraße laufen die Fahrspuren jener, die vom Uniplatz kommen, und jener, die aus dem Tunnel ausfahren, zusammen.

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Den zweiten Platz der gefährlichsten Kreuzungen Magdeburgs belegt der mehrspurige Kreisverkehr am Universitätsplatz. Insbesondere die Ein- und Ausfahrten Gareisstraße sowie Walther-Rathenau-Straße tauchen seit Jahren gehäuft in den Unfallstatistiken auf. Waren es 2016 noch 16 Verkehrsunfälle (zwei Schwer- und zwei Leichtverletzte) in diesem Bereich, stieg die Zahl 2017 auf 30, fünf Unfälle davon mit Verletzten. Das Übersehen von Radfahrern, fehlerhafte Spurwechsel und zu dichtes Auffahren gehören zu den häufigsten Ursachen für Unfälle am Uniplatz. Ampeln, eine neue Spuraufteilung und „Achtung Radfahrer"-Schilder wurden als Maßnahmen ergriffen. Fakt ist: Die Unfallzahlen sind 2018 wieder etwas zurückgegangen.

Der Kreuzungsbereich Walther-Rathenau-Straße / Gustav-Adolf-Straße gehörte bereits 2017 zu Magdeburgs Unfallschwerpunkten. Die Anzahl der Unfälle ist zurückgegangen. Waren es 2017 noch 22 Unfälle, hat es 2018 fünf Mal weniger gekracht. Auch 2016 tauchte der Bereich bereits in der Unfallstatistik auf. 15 Unfälle, die vor allem einem zu späten „Einfädelvorgang" zugeschrieben worden waren, gab es an der Einfahrt /Ausfahrt zum Tunnel am Uniplatz.

Jerichower Platz ist Unfallschwerpunkt

Bereits 2017 war die Kreuzung am Jerichower Platz unter den Top vier Unfallschwerpunkten. Im Vergleich zu 2018 war die Unfallzahl jedoch um einiges höher. 20 Verkehrsunfälle wurden 2017 registriert. Die Unfallursachen sind allerdings die gleichen wie 2018: Fehler beim Abbiegen und zu dichtes Auffahren. Obwohl es 2017 sechs Unfälle mehr gab, waren es weniger Verletzte als im Jahr danach - zwei mit leichten Blessuren.

Kreuzungen wie Hellestraße/ Carl-Miller-Straße und Platz des 17. Juni sind hingegen neu hinzugekommen. Die in der Vergangenheit eher wenig befahrenen Straßen nahe des Carl-Miller-Bads sind im Zuge der gesperrten Leipziger Straße/ Raiffeisenstraße/ Wiener Straße 2018 häufig als Ausweichstrecke genutzt worden. Insbesondere, wer von der Tangente kommt und Richtung Elbe unterwegs ist, spart sich den Weg über die Halberstädter Straße/ Hasselbachplatz und kürzt durch die Hellestraße / Planckstraße ab. Ein höheres Verkehrsaufkommen führt nicht selten zu höheren Unfallzahlen.

Insbesondere Unfälle mit Radfahrern, die beim Überqueren der Straße übersehen wurden, hat es im Bereich Hellestraße/ Carl-Miller-Straße gegeben.

Mehr Unfälle mit Radfahrern

Ohnehin haben laut Statistik die Unfälle, an denen Radfahrer beteiligt waren, in Magdeburg zugenommen. Waren es 2017 noch 521 Unfälle mit Radfahrern, sind es 2018 bereits 560 gewesen.

Es gibt übrigens auch Kreuzungen, an denen Entwarnung gegeben werden kann: Gehörten 2016 beispielsweise noch die Ebendorfer Straße /Albert-Vater-Straße mit 25 Unfällen und die Liebknechtstraße mit 19 Unfällen zu den Unfallschwerpunkten, tauchen diese in der Schwerpunktliste 2018 nicht mehr auf.