Protest am Montag

Video: Corona-Demo in Magdeburg - erneut Verkehrschaos und tumultartige Szenen, Böller und Flaschen fliegen

In Magdeburg ist es am Montag, 24. Januar, im Zuge von Corona-Protesten wieder zu einem Verkehrschaos in der Innenstadt gekommen. Selbsternannte Spaziergänger haben am Abend wieder gegen die Corona-Politik demonstriert. Der Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

Von Sebastian Rose Aktualisiert: 26.01.2022, 09:47
Aufgrund der Proteste kam es auch an diesem Montag in Magdeburgs Innenstadt wieder erheblichen Verkehrseinschränkungen.   
Aufgrund der Proteste kam es auch an diesem Montag in Magdeburgs Innenstadt wieder erheblichen Verkehrseinschränkungen.    (Foto: S. Rose)

Magdeburg - In der Landeshauptstadt Magdeburg haben sich am Montag wieder selbsternannte Spaziergänger angekündigt, um gegen die Corona-Politik zu demonstrieren.

Unter anderem wurde in Gruppen des Messenger-Dienstes Telegram Ansammlungen angekündigt. Durch Absperrungen der Polizei und dem unvorhersehbaren Verhalten des Demonstrationszuges war abzusehen, dass wieder zu starken Verkehrsbehinderungen im Bereich Innenstadt/Altstadt kommen würde. Es war an diesem Montag übrigens das erste Mal, dass ein derartiger "Corona-Spaziergang" in Magdeburg auch angemeldet wurde.

20.30 Uhr -Nachdem die Polizei die Otto-von-Guericke-Straße auf Höhe des Opernhauses gesperrt hatte, blieb der Menge nur die Möglichkeit umzudrehen. Beobachter schätzten die Zahl der Teilnehmer diesmal auf maximal etwa 1.000 bis 1.300 Personen.
Gegen 20.30 Uhr hatte es den Anschein, als habe sich der Zug aufgelöst. Auch am Alten Markt und am Hasselbachplatz hatte sich die Situation beruhigt. Die Polizei war jedoch weiter an verschiedenen Stellen präsent. Der Hubschrauber kreiste weiter über der Innenstadt. Ein paar festgesetzte Personen wurden abschließend verhört. Später konnte dann endlich auch der Verkehr wieder wie an normalen Abenden rollen.

 
In Magdeburg kam es am Montag teilweise auch wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, bei denen Pfefferspray zum Einsatz kam. Video: S. Rose

19.45 Uhr - Es macht den Anschein, dass die Polizei den Hasselbachplatz großräumig absperren will. Immer wieder muss der Verkehr gestoppt werden. Es kommt nun doch wieder zu tumultartigen Szenen. Die Sperren werden teilweise durchbrochen - im Gegenzug setzte die Polizei Pfefferspray ein.

Am Rande der Montagsproteste in Magdeburg kam es immer wieder zu teils heftigen Rangeleien.
Am Rande der Montagsproteste in Magdeburg kam es immer wieder zu teils heftigen Rangeleien.
(Foto: S. Rose)

19.38 Uhr - Nachdem die Polizei die Menschenmenge nicht wirklich aufhalten konnte, zog die Menge weiter über die Jakobstraße in Richtung Alleecenter/Citycarree und weiter über die Ernst-Reuter-Allee zum Alten Markt. Auf dem gesamten Alten Markt, besonders beim Blauen Block kommt es erneut zum Katz- und Mausspiel. Dafür nimmt die Zahl der körperlichen Auseinandersetzungen nun wieder ab.

19.15 Uhr - Inzwischen kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Gruppen und der Polizei. Wie es scheint, gibt es Personen mit leichteren Verletzungen. Offenbar sind auch wieder Böller auf Polizisten geworfen worden. Es hat sich wie in den Wochen zuvor zwischen Polizei und Protestierenden erneut ein sogenanntes Katz- und Mausspiel entwickelt. Die Masse hatte erst angetäuscht, über die Elbbrücke zu gehen, jetzt zieht der Zug jedoch über das Schleinufer in Richtung City-Ring-Ost. 

Scherben von auf Polizisten geworfenen Flaschen liegen neben den Beamten auf einem Bürgersteig in Magdeburg.
Scherben von auf Polizisten geworfenen Flaschen liegen neben den Beamten auf einem Bürgersteig in Magdeburg.
(Foto: S. Rose)

19.00 Uhr - Am Allecenter vorbei geht es jetzt von der Ernst-Reuter-Allee über die Jakobstr. Wie es scheint haben sich Demo und illegaler Zug vereint und die Menge zieht nun auf das Schleinufer zu. Die Polizei vorweg - die das Schleinufer im letzten Moment abgesperrt hat.

 
Im letzten Moment sperrt die Polizei das Schleinufer ab. Video: S. Rose

18.45 Uhr - Über den Alten Markt geht es zum Alleecenter, wo die Menge aufgehalten wurde. Hier kam es zu Durchbruchsversuchen und derben Schubsereien. Frauen stürzten zum Teil auf die Straße. Es ist sehr unübersichtlich, berichteten Beobachter. Verstärkung der Polizei rückte an und versuchte mit Transportern die Menge aufzuhalten.

Polizisten begleiten im Zentrum Magdeburgs den Zug der Demonstranten.
Polizisten begleiten im Zentrum Magdeburgs den Zug der Demonstranten.
(Foto: S. Rose)

18.30 Uhr - Zwischen Opernhaus und Alter Markt gibt es inzwischen ein mittleres Verkehrschaos. Viele Trams müssen warten. Aus der Menge werden die Polizisten immer wieder übel beleidigt und es kommt zu Rangeleien. Die Stimmung scheint nun noch aufgeheizter als es bei bisherigen Protesten in Magdeburg der Fall war.

Gegen 18.20 Uhr haben sich etwa 500 bis 600 Menschen in der Innenstadt versammelt. Ein Sprecher der Polizei verkündet per Megafonwagen sinngemäß: "Falls sie sich in Bewegung setzen, wird die Versammlung aufgelöst."

Vor der Haltestelle Opernhaus sind am frühen Abend etwa 300 Menschen. Die Polizei behält die Spaziergänger im Blick.
Vor der Haltestelle Opernhaus sind am frühen Abend etwa 300 Menschen. Die Polizei behält die Spaziergänger im Blick.
(Foto: S. Rose)

Als der Zug am Edeka am Katharinenturm links abbiegt, werden "Frieden, Freiheit, keine Diktatur"-Rufe laut.die Menge wurde zunächst von der Polizei geteilt, dann geben die Beamten nach und lassen die Menge wieder zusammen.

Der illegale Demozug wird wohl in Richtung Hundertwasserhaus gehen. An der Haltestelle Opernhaus hatten sich gegen 18 Uhr etwa 300 Menschen eingefunden.

 
Der illegale Demozug wird wohl in Richtung Hundertwasserhaus gehen. Video: S. Rose

Gegen 17.40 Uhr versammeln sich in Magdeburg die ersten Teilnehmer. Vor dem Hundertwasserhaus stehen rund 50 Leute. Am Unikreisel sind es mehr Menschen. Der Platz füllt sich langsam. Es scheint, als verschieben sich die Polizeieinheiten zum Uniplatz. Im Gegensatz zum Treffpunkt Hundertwasserhaus ist am Uniplatz jedoch keine Versammlung angemeldet worden.

Pandemische Lage in Sachsen-Anhalt

"Zurzeit besteht in Sachsen-Anhalt eine pandemische Lage, deren Bekämpfung neben einer Impfkampagne im Kern Kontaktvermeidungen zum Inhalt hat. Diese Kontaktvermeidungen sind überall dort, wo sie nicht möglich sind, durch geeignete Maßnahmen, wie zum Beispiel das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes oder einen Abstand von 1,50 Meter, zu ergänzen", informiert die Polizei Magdeburg in eine Pressemitteilung am Nachmittag. "Näheres regelt die Eindämmungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt."