Verkehrssicherheit

Warum die Stadt Magdeburg keine Trixi-Spiegel mehr installiert

Die sogenannten Trixi-Spiegel sollen in Magdeburg nicht mehr an Kreuzungen montiert werden. Auch das System Bike-Flash hat hier keine Zukunft. Die Gründe und Alternativen:

Von Anja Guse
Ein Verkehrsspiegel am Fuß- und Radweg, der an der Tunnelbaustelle in Magdeburg und unter der Rinbrücke entlangführt. Aufkleber und Beschlag behindern den Blick.
Ein Verkehrsspiegel am Fuß- und Radweg, der an der Tunnelbaustelle in Magdeburg und unter der Rinbrücke entlangführt. Aufkleber und Beschlag behindern den Blick. Foto: Anja Guse

Magdeburg - Die Stadt Magdeburg wird künftig keine Trixi-Spiegel mehr an Kreuzungen aufstellen, schon gar nicht flächendeckend in der Nähe von Schulen. Stattdessen werde man nach Einzelfallentscheidung auf andere Modelle zurückgreifen. Auch das System Bike-Flash wird vorerst nicht in der Stadt eingesetzt. Das geht aus einer Information der Verwaltung hervor.

Sowohl der markengeschützte Trixi-Spiegel als auch das blinkende System Bike-Flash können beim Abbiegen an Kreuzungen die Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger erhöhen. Dabei geht es darum, den toten Winkel für Lkw- und Autofahrer sichtbar zu machen beziehungsweise vor anderen Verkehrsteilnehmern in diesem Bereich zu warnen.

Vandalismus an Verkehrsspiegeln

Trixi-Spiegel sind gewölbte Verkehrsspiegel. Sie ermöglichen ein Sichtfeld von etwa 100 Grad. Nachteil: Ihre Unterhaltung ist kostenintensiv. Sie sind ständig Vandalismus ausgesetzt, erklärte Baudezernent Jörg Rehbaum. Dabei werde nicht unbedingt das Glas zerstört, sondern oftmals der optimale Blickwinkel durch Aufkleber und Graffiti verhindert. Die ständige Kontrolle, Korrektur und Instandsetzung sei problematisch. Zudem können diese Spiegel beschlagen. Aus diesen Gründen habe sich ihr Einsatz nicht bewährt.

Das System Bike-Flash kann ebenso an Kreuzungen montiert werden. Es überwacht mit Sensoren ständig einen Bereich bis zu einer Entfernung von 16 Metern. Werden Objekte erkannt, die Wärme abgeben, wie Menschen und Hunde, warnt ein Licht die Kraftfahrer. Was in der Theorie gut klingt, wird praktisch nicht in Magdeburg eingesetzt. Grund: Der Bund-Länder-Fachausschuss sei im September 2018 zu dem Ergebnis gekommen, dass dieses System mit anderen leuchtenden Zeichen an einer Kreuzung verwechselt werden könnte. Bike-Flash habe keine Zulassung und sei nicht mit der Straßenverkehrsordnung vereinbar. Deshalb könne die Stadt auch bei bester Absicht diese Technik nicht aufstellen, so die Erklärung.

Auch wenn weder neue Trixi-Spiegel noch das System Bike-Flash in Magdeburg eingesetzt werden sollen, hat die Stadt die Sicherheit vor Schulen im Blick. Gemeinsam mit der Polizei sollen sukzessive alle Standorte geprüft und dort in Einzelfällen andere runde beschlagsfreie Verkehrsspiegel mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern eingesetzt werden.

Hintergrund der Information ist ein Antrag des Stadtrats. Der Oberbürgermeister sollte prüfen lassen, ob zur Verhinderung von Abbiegeunfällen, Trixi-Spiegel an Kreuzungen vor Schulen angebracht werden könnten. Zudem sollte der Einsatz von Bike-Flash als Alternative geprüft werden.