Ausgangssperre

Was die Corona-Notbremse des Bundes für Magdeburg bedeutet

Jetzt steht fest: Die Bundes-Notbremse kommt. Und trifft auch Magdeburg. Die Corona-Inzidenz liegt hier seit Tagen über 100. Und wird wohl vorerst auch nicht sinken. Worauf sich die Magdeburger jetzt einstellen müssen:

Von Anja Guse
In Magdeburg gilt bald von 22 bis 5 Uhr eine Ausgangssperre. Möglich macht dies die Corona-Notbremse.   Symbolfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Magdeburg. In Magdeburg gilt sehr wahrscheinlich ab Sonnabend, spätestens ab Sonntag eine nächtliche Ausgangssperre. Dann greift die bundeseinheitliche Corona-Notbremse, die am 22. April 2021 vom Bundesrat gebilligt und inzwischen auch im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde.

Die Notbremse wird dort wirksam, wo die Inzidenz drei Tage nacheinander bei mindestens 100 liegt. In Magdeburg ist der Wert am Donnerstag auf 134,7 gestiegen und liegt seit zwei Wochen über 100. Amtsarzt Dr. Eike Hennig rechnet auch nicht damit, dass der Wert in den kommenden Tagen unter die kritische Marke sinkt, erklärte er am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.

Und das sind die neuen Regeln (Auszug):

- Von 22 bis 5 Uhr gilt eine Ausgangssperre. Ausnahme: Weg zur Arbeit, dringend benötigte medizinische Hilfe oder Gassigehen mit dem Hund.

- Sport oder Spazierengehen allein ist bis 24 Uhr erlaubt.

- Sport ist ansonsten alleine, zu zweit oder nur mit Mitgliedern des eigenen Hausstandes erlaubt. Ausnahme: Kinder bis 14 Jahre können draußen in einer Gruppe mit bis zu fünf anderen Kindern kontaktfrei Sport machen.

- Ein Hausstand darf sich maximal mit einer weiteren Person treffen. Kinder bis 14 Jahre zählen nicht mit.

- Geöffnet bleiben grundsätzlich der Lebensmittelhandel einschließlich der Direktvermarktung, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörakustiker, Tankstellen, Stellen des Zeitungsverkaufs, Buchhandlungen, Blumenfachgeschäfte, Tierbedarfsmärkte, Futtermittelmärkte, Gartenmärkte und der Großhandel.

- Beim Einkaufen in anderen Geschäften müssen Kunden einen Termin buchen und einen negativen Corona-Test vorlegen. Steigt der Inzidenzwert über 150, ist nur noch das Abholen bestellter Waren erlaubt.

Weitere Infos zur Bundes-Notbremse gibt es hier. 

Oberbürgermeister  Lutz Trümper appelliert an alle Magdeburger, die aktuellen Kontaktbeschränkungen, Mindestabstände und die sogenannten AHA-Regeln einzuhalten. "Von einer nächtlichen Ausgangssperre und den neuen Kontaktbeschränkungen werden wir uns nur lösen können, wenn wir in Magdeburg den Inzidenzwert schnellstmöglich unter 100 bekommen", so Trümper in einer Mitteilung. "Ich bitte alle, die in Magdeburg leben oder hier arbeiten, dringend darum, Kontakte auf das absolute Minimum zu beschränken, Hygieneregeln und insbesondere die Mindestabstände im Alltag einzuhalten und medizinische Masken zu verwenden, wo es erforderlich oder geboten ist! Es kommt jetzt jeden Tag auf das Verhalten aller an!"

Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz drei Tage hintereinander über 165, gelten auch für Schulen neue Regeln. So müsste ab dem übernächsten Tag der Präsenzunterricht verboten werden, wobei Ausnahmen für Abschlussklassen und Förderschulen möglich sind.