Straßenbahntrasse

Weichen für neuen Gleisbau werden gestellt

Das Vorhaben der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB), eine neue Straßenbahntrasse über die Raiffeisenstraße einzurichten, wird konkret.

Magdeburg l Im Fokus des Vorhabens der MVB steht der 7. Bauabschnitt der 2. Nord-Süd-Verbindung. Dieser soll eine Trasse über die Warschauer Straße und Raiffeisenstraße und damit eine Verbindung von Buckau (Schönebecker Straße) und Leipziger Straße schaffen. Das Planfeststellungsverfahren für die etwa einen Kilometer lange Trasse vom Gleisdreieck in der Schönebecker Straße zum Gleisviereck in der Leipziger Straße fand nun seinen Abschluss. Demnach soll die Trasse zweigleisig und mit barrierefreien Haltestellen Raiffeisenstraße (in Richtung Sudenburg), Dodendorfer Straße (für beide Fahrtrichtungen), Bahnhof Buckau/Puppentheater (für beide Richtungen), Benediktinerstraße (für beide Richtungen) und Budenbergstraße (für beide Richtungen) eingerichtet werden. Der Neubau des Doppelgleises wird als besonderer Bahnkörper mit einer Breite von 6,75 Meter beschrieben: Der Gleismittenabstand von 3,10 Meter ermögliche den Einsatz von Straßenbahnen mit einer Wagenkastenbreite von 2,65 Meter – bisher beträgt diese 2,30 Meter.

Unter der Eisenbahnüberführung am Buckauer Bahnhof ist wegen der geringen Brückenbreite eine Gleisverschlingung notwendig. D. h. für ein Teilstück wird die Straße einspurig. Aufgrund des beengten Straßenraumes muss in der Schönebecker Straße und in Teilen der Warschauer Straße der Gleisbereich der Straßenbahn auch vom motorisierten Verkehr mit befahren werden. Ein grundhafter Ausbau von etwa 470 Meter Doppelgleis ist bei der Einbindung der neuen Gleistrasse der Warschauer Straße in die Schönebecker Straße sowie den barrierefreien Verknüpfungshaltestellen erforderlich und aufgrund der gekrümmten Gleislage notwendig. Im Zuge des Bauvorhabens ist eine Verbesserung der Geh- und Radwege eingeplant worden. Der Zustand von vielen Abschnitten wird gegenwärtig als mangelhaft beschrieben, eine gesicherte Querungsmöglichkeit für Fußgänger in der Mitte der Raiffeisenstraße fehlt. Ein Eingriff in die gegenwärtigen Straßenverhältnisse betrifft u. a. die Försterstraße: Der Einbahnstraßenbereich soll wegen des Haltestellenausbaus Dodendorfer Straße umgekehrt werden.

Zwei Varianten werden als mögliche Optionen für den Ausbau ausgewiesen. Variante 1 sieht kurz zusammengefasst den Ausbau eines besonderen Bahnkörpers in der Raiffeisenstraße (als Grüngleis) mit dem Erhalt der Baumreihe an der Nordseite der Straße sowie Neupflanzungen der Baumreihe an der Südseite und den Eingriff in einen Geländestreifen des Südfriedhofes vor. Variante 2 beinhaltet im Wesentlichen einen besonderen Bahnkörper im Abschnitt Leipziger Straße bis Freie Straße sowie die gemeinsame Nutzung des Gleisbereichs von Straßenbahn und Kfz-Verkehr und den Erhalt der Baumreihen an der Nord- und Südseite der Raiffeisenstraße – ein Eingriff in das Friedhofsareal ist hierbei nicht notwendig. Der Variante 1 wird in der Planfeststellung u. a. aus infrastruktureller Sicht der Vorrang gegeben.

Nach der Fertigstellung der Trasse ist auf der Raiffeisen- und Warschauer Straße im Straßenbahnverkehr ein 10-Minuten-Takt im Tagesverkehr und ein 20-Minuten-Takt von 19 bis 23 Uhr vorgesehen. Der neue Bauabschnitt soll das Angebot der MVB erhöhen und bessere Reaktionsmöglichkeiten in Bezug auf Störungen bieten.

Bei einer öffentlichen Vorstellung der Gleisbaupläne nannte im November MVB-Geschäftsführerin Birgit Münster-Rendel das Jahr 2018 als Ziel zur Fertigstellung.

Der Planfeststellungsbeschluss vom 20. Dezember sowie die Planfeststellungsunterlagen liegen vom 9. bis zum 20. Januar 2017 im Fachbereich Vermessungsamt und Baurecht öffentlich aus.