Magdeburg l „Schneefall in den höheren Lagen“ heißt es in diesen Tage im Wetterbericht. Gilt das auch schon für Magdeburg-Reform? Immerhin liegt der Stadtteil mit 78 Metern über Normalnull für Magdeburger Verhältnisse teilweise auf einem Berg.

Natürlich nicht, aber dennoch: In Reform hat es in der Nacht zu 21. Januar 2019 geschneit, im Rest von Magdeburg nicht. Sebastian Pape hat das auf einen Foto festgehalten. Einige Straßen von Reform sind mit einer zwei bis drei Zentimeter dicken Schneedecke überzogen. In manchen schattigen Flecken von Reform hat sich der Schnee sogar bis in den Nachmittag hinein gehalten.

Inversionsarme Wetterlage über Magdeburg

Bei diesem Schnee handelt es sich um ein Wetterphänomen. Niederschläge wurden vom Deutschen Wetterdienst nicht gemeldet, aber eine inversionsarme Wetterlage über Magdeburg. „Tatsächlich fand in der Nacht zum Montag kaum Inversion in die oberen Luftschichten statt“, sagte Robert Scholz vom Deutschen Wetterdienst.

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Das heißt, es fand kein Austausch von Luft zwischen den unteren und oberen Luftschichten statt. Magdeburg lag wie unter einem Deckel. Wichtig dabei: die obere Luftschicht muss wärmer sein als die untere. Das war der Fall. Steigt Wasserdampf vom Boden auf, kann er nicht in die oberen Luftschichten aufsteigen, er gefriert in 300 bis 400 Metern Höhe zu Schneegriesel und fällt zu Boden — es schneit. Und diese Prozesse spielen sich sehr regional auf kleinstem Raum ab.

Wasserdampf verantwortlich

Bleibt die Frage, wo über Magdeburg-Reform so große Wasserdampfmengen herkommen. Ganz in der Nähe in rund sechs Kilometer Entfernung südöstlicher Richtung bei Osterweddingen liegen die Produktionshallen von Euro-Glas. Bei der Glasherstellung fallen große Mengen von Wasserdampf an, die über Schornsteine nach außen geleitet wird. Und dieser Wasserdampf könnte für den Schnee, der dann Industrie-Schnee genannt wird, in Reform verantwortlich sein, so der Wetterexperte.

Da der Wind in der Nacht zum Montag mit langsamer Geschwindigkeit teilweise aus Süd kam, würde die Richtung stimmen. Allerdings müsse man die Situation vor Ort genauer beobachten. Solche Schnee-Phänomene können auch durch starken Nebel verursacht werden. Und in der Nacht zum Montag und am Morgen waren Magdeburg und Umgebung zum Teil in dichten Nebel gehüllt.