Magdeburg l Frische Farbe ist schon mal an den Wänden und auch sonst wird hinter der historischen Fachwerkfassade der Steinigstraße 1a in Magdeburg seit einigen Wochen eifrig gewerkelt. Das Rayonhaus, benannt nach der zu napoleonischen Zeiten entstandenen Bauform, wird wiederbelebt. Schon Mitte Februar 2018 soll es unter eben diesem Namen, „Rayonhaus“, wiedereröffnen.

Denn bereits ab 2005 war dort eine Gastronomie mit dieser Bezeichnung zu finden und erfreute sich bei den Stadtfeldern großer Beliebtheit. Doch den Betreiber zog es nach einigen Jahren aus Stadtfeld in die Innenstadt, das Lokal im Baudenkmal blieb seitdem leerstehend.

Magdeburger Gastronomen übernehmen Haus

Doch jetzt haben sich mit Steffen Jany, Wolfram Gebauer und Daniel Krüger drei Gastronomen gefunden, die das Objekt wieder nutzen wollen. Die drei sind keine Unbekannten in der Gastroszene. Seit mehreren Jahren betreiben sie das „Café Central“, erst in der Leibnizstraße, mittlerweile an der Sternstraße zu finden. Diese Beziehung wollen sie aber gar nicht in den Vordergrund stellen. „Wir wollen hier kein zweites ‚Central‘ machen“, betont Steffen Jany. Aufgeben wollen sie die Kneipe am Hasselbachplatz auch nicht, versichert er weiter.

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„Es hat sich einfach ergeben“, meint Wolfram Gebauer beim Rundgang durch das noch weitestgehend leere Haus. Die Stadtfelder Geschäftsstraßenmanagerin Franziska Briese habe sie auf das Objekt hingewiesen, erzählt er. Daraufhin habe das Trio ein Konzept für den Betrieb erstellt und der Eigentümerin, einer Dame aus Süddeutschland, vorgestellt. Man kam schnell überein, ein mehrjähriger Mietvertrag ist unter Dach und Fach. Ab Mitte Februar soll es nun zunächst mit einem Barbetrieb losgehen. Nach und nach soll das Angebot zu einem Restaurant mit Tagesangebot ausgebaut werden.

Rayonhaus war bei Professoren beliebt

Die beiden kennen das „Rayonhaus“ noch von früher. „Hier haben sich immer die Uni-Professoren getroffen“, erinnert sich Wolfram Gebauer an seine Studentenzeit. Man wolle zwar an die Tradition des früheren Restaurants anknüpfen, aber auch eigenes zufügen. „Viele haben gleich gefragt ,Macht ihr es wie früher?‘“, verdeutlicht Steffen Jany das Interesse der früheren Stammgäste an der Entwicklung.

Im Sommer soll es einen Terrassenbetrieb hinter dem Haus geben, ein Sandkasten für Kinder ist geplant. Eine Schaukel von einem vorherigen Bewohner steht dort noch. Außerdem sind Ausstellungen in den Barräumen vorgesehen, auch Veranstaltungen sind denkbar.

Erhalt des Hauses bleibt ewige Aufgabe

Obwohl das Rayonhaus in der Steinigstraße circa 140 Jahre alt ist, sei es in einem relativ guten baulichen Zustand, sagt Steffen Jany. „Spannend ist aber zum Beispiel die Elektrik des Hauses“, sagt er. Aufzeichnungen dafür gebe es nicht. Die alten Gasöfen bleiben vor Ort und werden weiter genutzt. Der Erhalt des Hauses wird eine „andauernde Aufgabe“, ist sich Wolfram Gebauer bewusst. Was in der oberen Etage passieren wird, steht noch nicht fest.