Magdeburg l Noch ist das etwas mehr als 17 Hektar fassende Areal in Magdeburg als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. In absehbarer Zeit sollen südlich der Straßen Am Thie und Am Neuber sowie der Wendeschleife der Straßenbahn Familien eine Siedlung mit bis zu 95 Parzellen mit Leben füllen. Darauf zielen die Antragsteller für das Planverfahren ab, das im August 2018 vom Eigentümer beantragt und nun von der Stadtverwaltung bearbeitet wird.

Mit dem Bebauungsplan sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, dass am südlichen Rand des früheren Bördedorfs der Bau von Eigenheimen möglich wird. Die Nachfrage nach Bauland im Allgemeinen in der Stadt Magdeburg und im Speziellen in Diesdorf sei „anhaltend hoch“, wie es in einer Beschlussvorlage für den Stadtrat heißt, der in seiner Sitzung am 24. Januar über die Aufstellung des Bebauungsplanes berät.

Stromleitungen abgebaut

Bislang ist das Areal als Ackerland landwirtschaftlich genutzt worden. Außerdem führten Stromleitungstrassen über das Gebiet. Diese sind im Zuge einer Umstrukturierung bzw. Verlagerung am Umspannwerk Diesdorf zum Umspannwerk Wolmirstedt teilweise schon zurückgebaut worden. Gleiches gilt für Hochspannungsfreileitungen der Avacon AG, die unterirdisch verlegt wurden. Es hätten sich damit „grundsätzlich neue Voraussetzungen für die städtebaulich bislang ausgesparte Fläche der Ortsbebauung des Stadtteils Diesdorf“ ergeben. Sprich: Der Häuserbau scheint nun machbar.

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Das Plangebiet liegt in einem für das Stadtklima bedeutsamen Bereich, daher greifen die vom Stadtrat im Februar gefassten Maßgaben zu den stadtklimatischen Baubeschränkungen wie Geschossigkeit und Baugrenzen, die im B-Plan eingearbeitet werden. Die Bebauung und Erschließung soll so ausgerichtet werden, „dass sie der Durchströmungsrichtung der Kaltluft entspricht“.

Der Vorhabenträger hat zudem vor, Bereiche der Kernzone ökologisch aufzuwerten. Denkbar sei etwa das Anlegen verschiedener Blühstreifen und Bienenweiden, Landschaftskunst und Umweltbildungsprojekte etwa mit der nahegelegenen Grundschule.

Die Bewerbung der Stadt im Blick

Dass die Verwaltung schon ganz auf die Bewerbung Magdeburgs als Kulturhauptstadt 2025 ausgerichtet ist, zeigt sich in dem Vorschlag, die Gestaltung in der Großsiedlung und mögliche gemeinschaftliche Projekte in der Kaltluftschneise entsprechend zu nutzen. Zumindest wird das „Potenzial für einen eigenständigen Bewerbungsbeitrag“ gesehen.

Einige Hundert Meter nördlich von der Wendeschleife entstehen mit dem Kümmelsberg-West (Diesdorf) mit etwas mehr als 100 Eigenheimen und Kümmelsberg-Ost (Stadtfeld-West) mit etwa 150 Eigenheimen an der Straße Kümmelsberg derzeit bereits zwei Großsiedlungen. Zwei weitere sollen mit dem B-Plan „Frankefelde Ostseite“ (Nr. 354-1, 95 Parzellen in Ottersleben) und dem B-Plan Nr. 431-1A „Ottersleber Chaussee/Am Hopfengarten“ (150 Häuser im Hopfengarten) geschaffen werden, die aktuell ausgearbeitet werden.