Magdeburg l Seit Freitag sind die Entwürfe eines städtebaulichen Wettbewerbs im Volksstimme-Service-Center zu sehen, die im Auftrag der kommunalen Wohungsbaugesellschaft Magdeburg (Wobau) und der Magdeburger Wohnungsgenossenschaft (MWG) erstellt wurden. Beim Blick auf die Vorschläge wird deutlich: Die Idee, das Areal mit einem sechsgeschossigen Gebäude in Form eines Hufeisens vom Messeplatz abzuschirmen, ist von keinem der Planer weiterverfolgt worden. Auf der anderen Seite setzen viele von ihnen dennoch darauf, durch ein Gebäude für Lärmschutz zu sorgen.

Einer der beiden von einer Jury mit einem ersten Preis geehrten Entwürfe nimmt so diese Idee auf: Im Vorschlag 001 befindet sich auf der Nordseite ein Gebäuderiegel, der die weiteren Gebäude abschirmen soll. In dem anderen erstplatzierten Entwurf mit vier Hochhäusern als städtebauliches Achtungszeichen östlich der Stromelbe wird auf eine solche Lösung bislang verzichtet.

Weitere Planungen notwendig

Klar ist ohnehin: Jeder Vorschlag besitzt noch keine solche Planungstiefe, dass er ohne weiteres umgesetzt werden könnte. So sind in einem Vorschlag aus Rotterdam, der eine Anerkennung bekommen hat, Flächen für einen Baumarkt vorgesehen. Für einen solchen sehen aber weder die Investoren noch die Stadt eine Notwendigkeit. Neben der exponierten Lage auf dem Kleinen Werder spielt hier eine gute Versorgung Magdeburgs mit entsprechenden Angeboten eine Rolle.

Mehrere Vorschläge sehen derweil auch Platz für eine Kindertagesstätte im neuen Viertel vor. Dies war in den Vorgaben zwar nicht ausdrücklich gefordert. Dennoch halten die Investoren diese Idee für überlegenswert, wie am Rand der Ausstellungseröffnung im Volksstimme-Servicecenter zu erfahren war.

Mehr Wohnungen möglich

Die Zahl der Wohnungen, die in dem neuen Viertel entstehen sollen, ist übrigens im Vergleich zu den ursprünglichen Überlegungen gestiegen. Am Anfang war von 280 Wohnungen die Rede. Bei dem preisgekrönten Entwurf 001 ohne Hochhäuser ist von 296 Wohnungen die Rede, beim Entwurf 005 von rund 320 Wohnungen. Angesichts des Zuzugs von Menschen nach Magdeburg würde dies den im Vergleich zu anderen Großstädten mieterfreundlichen Wohnungsmarkt in Magdeburg weiter entlasten – selbst wenn hier wie in anderen Neubauten die Mieten über den günstigsten Angeboten im Bestand liegen werden.

Erklärtes Ziel der beiden Bauherren ist es dennoch, in diesem Viertel auch Wohnraum unterhalb des hochpreisigen Segments anzubieten. Dieser Anspruch war auch eine Vorgabe im Wettbewerbsverfahren, in dem sich die Jury bewusst für zwei unterschiedliche Entwürfe für den ersten Preis entschieden hat, um nicht zuletzt den Raum für weitere Diskussionen zu öffnen.

Ausstellung bis 9. Januar 2019

Wer sich für die Einzelheiten zu den prämierten und zu den mit einer Anerkennung bedachten, aber auch zu den anderen Entwürfen interessiert, kann sich bis zum 9. Januar 2019 ein Bild im Volksstimme-Servicecenter in der Goldschmiedebrücke 15 bis 17 machen. Dort werden alle zwölf Entwürfe auf Plakaten und in Modellen vorgestellt. Ein Blick lohnt sich zudem in die umfangreichen Erläuterungen, die zu jedem der Vorschläge vorliegen und die in der Plakatausstellung zu finden sind.

Jetzt abstimmen

Gefragt ist in der Ausstellung zudem die Meinung der Besucher der Ausstellung zu den Vorschlägen: Auf bereitgelegten Formularen können positive wie negative Hinweise eingetragen werden. Das Volksstimme-Service-Center in der Goldschmiedebrücke ist montags bis freitags von 9 bis 19 Uhr, sonnabends bis 14 Uhr geöffnet. Am 31. Dezember ist bis 12 Uhr geöffnet. Darüber, welcher der zwölf Entwürfe den Publikumspreis erhält, kann über das Internet abgestimmt werden. Die Abstimmung ist bis zum 8. Januar, 23 Uhr, möglich.