Magdeburg l Völlig steif und daher Yoga-ungeeignet? Nichts da! „Im Gegenteil: Gerade das ist ein Grund, mit Yoga anzufangen. Yoga-Übungen sind auch für die Ungelenkigsten geeignet und steigern die Flexibilität“, so Ines Wedler vom Verein Sportraum. Und sie weiß, wovon sie spricht. Denn sie brennt für diese philosophische Lehre, zu der sowohl körperliche als auch geistige Übungen gehören. Die 47-jährige Yogalehrerin organisiert derzeit Magdeburgs erstes Yogafestival.

Auf dem gesamten Gelände des Schweizer Hauses werden am 19. August sportbegeisterte und interessierte Magdeburger ihre Matten ausrollen und zu entspannender Musik Yoga praktizieren.

„Wichtig: Vorkenntnisse braucht niemand zu haben. Es ist eine Einladung zum Sich-Ausprobieren“, sagt Ines Wedler. Die Magdeburgerin hat schon einige Yogafestivals in anderen Städten miterlebt. „Magdeburg hat eine breite Yogalandschaft. Warum also nicht ein Yogafestival vor der eigenen Haustür veranstalten?“, so die Magdeburgerin. Mit ihrer Idee stieß sie auf offene Ohren und konnte viele Yogalehrer aus der Region für die Veranstaltung gewinnen. Und so vereinen sich auf dem Festivalprogramm verschiedene Möglichkeiten, die eigenen spirituellen Vorlieben auszuloten und Magdeburgs Yogalandschaft kennenzulernen.

Faszination Yoga

Ines Wedler ist selbst vor zehn Jahren zum Yoga gekommen. „Mit Yoga hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei Berührungspunkte“, erzählt die Kommunikationsfachwirtin, die hauptberuflich als Außendienstmitarbeiterin einer Druckerei Kunden betreut. Ihre ersten Erfahrungen sammelt sie im Fitnessstudio. „Yoga hat mich fasziniert und je intensiver ich mich damit befasste, umso weniger konnte und kann ich mir ein Leben ohne Yoga vorstellen“, so die 47-Jährige.

Vor vier Jahren beschließt sie eine Ausbildung zur Yogalehrerin zu machen. In erster Linie um mehr über die Geschichte und Philosophie von Yoga zu erfahren. Doch schnell sind die ersten Nachfragen im Bekanntenkreis da, ob sie nicht mal einen Kurs machen könnte. Mittlerweile bietet Ines Wedler mehrmals in der Woche Yoga-Kurse im Schweizer Haus im Stadtpark an. „Die Yogapraxis ist heute fester Bestandteil meines Lebens – für mich der ideale Weg Energie zu tanken, inneren Frieden zu finden und mir selbst zu vertrauen“, erzählt die Magdeburgerin. Jeden morgen nimmt sie sich die Zeit, um einige Yogaübungen zu machen.

Jedem Anfänger rät sie: „Um Yoga zu verstehen, musst du es selbst ausprobieren. Es ist weit mehr als atmen“, so Ines Wedler. Auch wenn es viele Yoga-Stile mit verschiedenen Schwerpunkten gibt, spielen in allen Varianten Körperübungen, Atemtechniken und Entspannungsübungen eine Rolle. Ob Sonnengruß, Kobra oder Baum – die Übungen werden eine bestimmte Zeit lang, zum Beispiel mehrere Atemzüge lang, gehalten oder als dynamische Bewegungsreihe synchron mit dem Atemrhythmus absolviert.

Für alle Altersgruppen

Man müsse nicht jung und fit sein, um die Übungen zu machen. Yoga sei für alle Altersgruppen geeignet. Ihre älteste Kursteilnehmerin sei weit über 70 Jahre alt. „Yoga ist so reich an Übungen und Variationen wie es unterschiedliche Menschen und Lebenssituationen gibt“, meint Ines Wedler.

Die malerische Umgebung am Ufer der Alten Elbe bildet den Rahmen für das erste Magdeburger Yogafestival. „Die Besucher können viel ausprobieren und einmal in die Philosophie reinschnuppern und Yoga in seiner ganzen Vielfalt kennenlernen, unterrichtet von großartigen Yogalehrern aus unserer Region“, verspricht Ines Wedler.

Es gibt an diesem Tag auch spontane Aktionen, bei denen Eltern und Kinder gemeinsam spielerisch Yoga üben können. „Zudem ist der Tennisplatz geöffnet, hier können Kinder unter Aufsicht Ball spielen, Seilspringen, Pedalos ausprobieren und vieles mehr“, so Ines Wedler. Hat man sich selbst etwas zu Essen mitgebracht, kann man sich eine Decke ausbreiten und picknicken.

Yogamatte mitbringen

Für den Fall, dass es am Festivaltag regnet, wird das Programm in die Räumlichkeiten des Schweizer Hauses verlegt. „Das Haus bietet genügend Fläche. Hier haben auch die Festivalgäste die Möglichkeit sich zu duschen und umzuziehen“, erklärt Ines Wedler.

Wer eine Yogamatte hat, sollte diese sich unbedingt unter den Arm klemmen. Es werden aber auch Matten vom Sportraum e. V. gestellt.