Magdeburg l Von Planungen zum Bau eines Großaquariums in Magdeburg ist der Zoo vorerst abgerückt. Das erklärte am Montagabend Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) auf eine Anfrage der Grünen zu konkreten Ableitungen aus der bereits erstellten Machbarkeitsstudie im Stadtrat. Trümper, Vorsitzender des Zoo-Aufsichtsrates, gab kurz und bündig zu Protokoll: „Wir haben im Aufsichtsrat beschlossen, das Thema zunächst ruhen zu lassen und nicht weiter zu bearbeiten.“ Ob das Projekt damit gänzlich vom Tisch ist, sagte Trümper nicht.

Die Idee des Zoos sah den Bau eines Großaquariums außerhalb des eigenen Geländes als neues touristisches Highlight vor. Die Kosten wurden nach ersten Schätzungen auf rund 50 Millionen Euro geschätzt. Der Betrieb sollte sich bei jährlich rund 400.000 Besuchern rentieren. Trümper hatte stets darauf verwiesen, dass er nur Chancen für das Vorhaben sehe, wenn es ohne Zuschuss betrieben werden kann. Welche Gründe genau dazu führten, die ursprünglichen Pläne nicht zu realisieren, wurde in der Stadtratssitzung offen gelassen. Zoochef Kai perret war am Dienstag für die Volksstimme nicht zu erreichen.

Fünf mögliche Standorte

In einer Studie waren fünf mögliche Standorte auf ihre Verkehrstauglichkeit hin untersucht worden: Elbauenpark, Stadtpark, Wissenschaftshafen, alte SED-Parteischule in der Klosterwuhne und das Wohngebiet Neustädter See und damit in der Nähe des Zoos. In einer nicht repräsentativen Umfrage der Volksstimme favorisierten Leser den Standort Wissenschaftshafen.

Vorbild für das Großaquarium in Magdeburg war für Zoochef Kai Perret beispielsweise das Ozeaneum in Lissabon. Diese Vision hatte Perret einst im Herbst 2017 bei einer Bürgerversammlung erstmals vorgestellt.

Peta gegen Großaquarium in Magdeburg

Die Tierrechtsorganisation Peta stellte sich entschieden gegen diese Idee und sieht das Vorhaben sehr kritisch. In einer Mitteilung hieß es: "In Zeiten von Fridays for Future, der fortschreitenden Ozeanplünderung und der zunehmenden Anerkennung von Tierrechten wäre der Neubau eines millionenschweren Aquariums eine geradezu provokante Steuerinvestition. Der Betrieb eines Großaquariums würde den Energieverbrauch der Stadt außerdem immens in die Höhe treiben."

Als Alternative schlug Peta ein Virtual Aquarium vor. Auf einem riesigen Bildschirm könnten die Tiere in voller Lebensgröße gezeigt werden.