Magdeburg l Der wohl größte und tonnenschwerste Umzug des Jahres in Magdeburg fand am Donnerstag statt: die beiden Elefantenkühe Mwana und Birma zogen einmal quer über die Straße „Am Vogelgesang“ in ihr neues Domizil, in das Elefantengehege Africambo 2, ein.

Ganz so leicht sei ein Elefanten-Umzug nicht, so der Zoo Magdeburg. Eine umfangreiche Planung und Logistik, viel Fingerspitzengefühl und Erfahrungen gehörten unabdingbar dazu. Zusammen mit einem holländischen Spezialtransporteur fuhr am Morgen kurz nach 7.30 Uhr „schwere Technik“ vor dem alten Elefantenhaus auf.

Schwerlastkran im Zoo im Einsatz

Ein Schwerlastkran positionierte sich am rückwärtigen Bereich der Elefantenaußenanlage, an dem eineinhalb Stunden später ein Container mit der 35-jährigen Afrikanischen Elefantenkuh Mwana hing und auf den Ekipa Schwerlasttransporter verladen wurde.

Kurz danach schwebte der zweite Container mit der 47-jährigen Asiatischen Elefantenkuh Birma durch die Luft. Ein solcher Umzug sei auch eine gute Gelegenheit, um das Gewicht der Tiere zu bestimmen: Mwana wog 2,9 Tonnen, Birma 3,3 Tonnen.

Der Umzug verlief auch unter den wachsamen Augen des Vertragstierarztes Dr. Niels Mensing reibungslos.

Geschützter Kontakt im Zoo

Die beiden Elefantenkühe haben den Transport gut überstanden und erkunden bereits neugierig ihr neues Zuhause. „Die Eingewöhnung wird sowohl für die Elefanten als auch für uns ein spannender Prozess“, so der Zoodirektor Kai Perret. Der Umzug bedeutet aber auch, dass sich im neuen Areal die Haltungsform durchgreifend ändert. Die Elefanten werden im sogenannten „Protected Contact“, also im geschützten Kontakt, gehalten, wie es zum Beispiel auch bei Menschenaffen üblich ist.

Zwischen Mensch und Tier wird es immer eine Barriere (u. a. Tore und Gitter) geben, die jedoch weiterhin durch vielfältige Öffnungen und Klappen die Pflege der Tiere ermöglichen.

Wenn sich die beiden alten Damen eingelebt haben, sollen die Neuzugänge in den Magdeburger Zoo überführt werden. Die Elefanten-Kuh Bibi kommt aus dem Zoo in Halle, der Elefantenbulle Tamo aus dem Tierpark Berlin. Allerdings muss der sogenannte Zuchtbuch-Führer für Afrikanische Elefanten noch sein Einverständnis dazu geben.