Millioneninvestition

Zoo Magdeburg plant Umbauten für Elefanten und Schimpansen

Bis 2025 sollen im Magdeburger Zoo diverse Baumaßnahmen umgesetzt werden. Für fast 7,5 Millionen werden unter anderem das Schimpansenhaus umgebaut und die Elefantenanlage saniert.

Von Stefan Harter
Die Elefantenanlage Africambo im Zoo Magdeburg soll für fast 1,5 Millionen Euro saniert und umgebaut werden.
Die Elefantenanlage Africambo im Zoo Magdeburg soll für fast 1,5 Millionen Euro saniert und umgebaut werden. Foto: Stefan Harter

Magdeburg - Mit den beiden Africambo-Anlagen, dem Schimpansenhaus, der Integration des Vogelgesang-Parks mit der Zoowelle sowie dem Umbau des alten Menschenaffenhauses gab es im vergangenen Jahrzehnt mehrere große Bauvorhaben, die das Gesicht des Magdeburger Zoos stark verändert haben. Viele Millionen Euro wurden in den Umbau investiert.

Nun hat der neue Zoochef Dirk Wilke ein Konzept für die weitere Entwicklung bis 2025 vorgelegt, dem Jubiläumsjahr des Zoos, in dem der 75. Geburtstag gefeiert werden kann. 7,5 Millionen Euro sollen bis dahin in fünf einzelne Bauvorhaben investiert werden. Auffällig: Zwei davon sind Anlagen, die erst in der jüngsten Modernisierungswelle unter Ägide des zwischenzeitlich geschassten Zoodirektors Kai Perret entstanden waren.

Tierhaltung soll optimiert werden

So sollen sowohl an der Elefantenanlage Africambo 2 (2017 eröffnet) als auch am Schimpansenhaus (2014) millionenschwere Nachbesserungsarbeiten durchgeführt werden. Diese beiden Maßnahmen machen einen Großteil der veranschlagten Kosten aus.

Weiterhin soll die Großvoliere für die Weißkopfseeadler erneuert und erweitert sowie die Paarhuferanlage neu organisiert werden. Außerdem ist geplant, die Tigeranlage zu sanieren. Neben diesen größeren Projekten sind in der Übersicht des Zoos für zahlreiche andere Gehege kleinere Maßnahmen angekündigt, wie zum Beispiel eine Filteranlage für das Pinguinbecken. Im Vordergrund stehe dabei „die Optimierung der Tierhaltung nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen“, heißt es dazu im Zukunftskonzept.

Zustimmung im Aufsichtsrat

Finanziert werden sollen die Bauvorhaben sowie bereits getätigte Investitionen aus den Jahren 2018 bis 2020 durch ein Darlehen über 8,7 Millionen Euro. Die Drucksache zu den Zoobauplänen wird bereits am 15. Juli 2021 im Stadtrat behandelt. Mit ihr sollen auch die 2016 beschlossenen Pläne von Perret wie das Areal „Gefährten des Menschen“ aufgehoben werden. Schon seine Vision von einem Großaquarium wurde mit dem unfreiwilligen Abgang per Kündigung begraben.

Im Finanzausschuss wurde der Plan bereits abgesegnet. Zuvor hatte schon der Zoo-Aufsichtsrat seine Zustimmung gegeben. Zoochef Wilke will sich zu einem späteren Zeitpunkt zu den Plänen gegenüber der Volksstimme äußern.

Das ist konkret geplant:

1. Schimpansenhaus: Seit ihrem spektakulären Ausbruch vor zwei Jahren dürfen die Magdeburger Schimpansen nicht mehr auf ihre Außenanlage. Weil die Sicherung dort nicht mehr zeitgemäß ist, soll auf der anderen Seite des Hauses unter Einbeziehung einiger Paarhufergehege eine neue Anlage entstehen. Das Winteraußengehege wird dafür abgerissen. Die ehemalige Außenanlage sollen andere Tiere beziehen. Bis 2023 soll dieser Punkt umgesetzt werden, der mit 1,9 Millionen Euro der teuerste auf der Maßnahmenliste ist. Die Wegeführung für Besucher muss noch geklärt werden.

Auch für das Schimpansenhaus plant der Magdeburger Zoo Umbaumaßnahmen.
Auch für das Schimpansenhaus plant der Magdeburger Zoo Umbaumaßnahmen.
Foto: Stefan Harter

2. Africambo 2: Die Pläne für die Elefantenanlage beruhen auf Erfahrungen in den vergangenen Jahren, heißt es im Konzept. So sei der aktuelle Untergrund der Außenanlage nicht ideal für die Fußgesundheit der Dickhäuter, weshalb er komplett ausgetauscht werden soll. Allein das wird mit einer Million Euro veranschlagt. Außerdem soll im Elefantenhaus eine neue Trainingswand eingebaut werden, um den sicheren Kontakt zwischen Pflegern und Tieren zu ermöglichen. Hier hatte es 2019 einen Unfall gegeben, bei dem Elefantendame Mwana ein Stück ihres Rüssels verloren hatte.

3. Großkatzenanlage: Die Tiger- und Schneeleoparden-Anlage soll künftig auch vom Vogelgesangpark aus erlebbar sein. Dazu wird unter anderem ein Tigerfenster zu dieser Seite angelegt. Außerdem muss das Haus für die beiden Großkatzen-Arten saniert werden. 800.000 Euro stehen dafür bis 2024 im Plan.

4. Großvoliere: Die Anlage der Weißkopfseeadler stammt noch aus der Aufbauphase des Zoos und muss modernisiert werden. Durch die Neuorganisation der Paarhufer (siehe Punkt 5) könnten zusätzliche Flächen für eine neue begehbare Großvoliere genutzt werden. Gut 600.000 Euro sollen ebenfalls bis 2024 dafür investiert werden.

5. Paarhuferanlage: Durch die Erweiterung des Schimpansenhauses und den Neubau der Großvoliere soll das ganze Areal der Paarhufer neu geordnet werden. Die drei vorhandenen Tierhäuser sollen saniert und neue Gehege geschaffen werden. Welche Tierarten dort am Ende wohnen, soll in einem noch zu erstellenden Konzept festgehalten werden. 430.000 Euro sind dafür vorgesehen, die Umsetzung erfolgt auch bis 2024.