Magdeburg l Nein, wo genau die untersuchten Standorte für das geplante Aquarium sind, lässt sich Zoo-Chef Kai Perret nicht vorab entlocken. Nur dass es fünf an der Zahl sind und sie in mehreren Stadtteilen liegen, verrät er zu der neuen Studie, die in den vergangenen Monaten zusammen mit dem Stadtplanungsamt erstellt wurde. Darin wurde geprüft, ob die infrage kommende Fläche für den potenziellen Besucheransturm (400 000 pro Jahr laut Prognose) geeignet wäre: Kreuzungen, Ampelschaltungen und Verkehrsflüsse waren u. a. maßgebliche Kriterien.

Zuerst im Aufsichtsrat

Die Ergebnisse der Studie wurden bislang nur Zoo-intern vorgestellt. Am 4. Dezember sollen sie die Mitglieder des Zoo-Aufsichtsrats bei ihrer nächsten Sitzung erstmals zu sehen bekommen, allerdings immer noch nicht-öffentlich. Dort soll dann entschieden werden, wie es mit dem Projekt weitergehen soll. „Das wird sehr spannend“, ahnt Perret jetzt schon.

Vor mittlerweile gut zwei Jahren hatte der Zoo-Chef mit seiner Idee überrascht, ein Großaquarium bauen zu wollen. Zwischen Vision und Größenwahn schwankten damals die Meinungen. Eine Machbarkeitsstudie wurde in Auftrag gegeben, um zu untersuchen, ob solch eine Einrichtung in der Region überhaupt wirtschaftlich betrieben werden kann. Denn Stadtoberhaupt Lutz Trümper hatte von Anfang an klargemacht, dass es solch ein Aquarium nur gibt, wenn es ohne finanzielle Hilfe aus dem kommunalen Haushalt überleben kann. Für Perret hatte diese Studie das auch belegt. „Ich bin überzeugt, dass wir die genannten Besucherzahlen erreichen können“, sagt er, „damit wäre es auch wirtschaftlich. Ich bin sehr optimistisch.“

Was die Studie aber auch gezeigt hatte: Der von ihm ursprünglich favorisierte Standort im Stadtteil Neustädter See – unmittelbar an den Zoo angrenzend – wäre denkbar ungeeignet für die zu erwartenden Verkehrsströme. Er war also bei den fünf nun untersuchten Standorten nicht dabei gewesen, bestätigt Kai Perret. Ob eine Fläche in der Innenstadt dabei ist, will er vor der Aufsichtsratssitzung hingegen nicht sagen. Im Gespräch war zum Beispiel die bislang unbebaute Ostseite des Universitätsplatzes.

Die Entscheidung im Aufsichtsrat sei ergebnisoffen, so Perret. Sollte ein Standort infrage kommen, wäre aber eine Entscheidung im Stadtrat der nächste logische Schritt. Außerdem müssten Gespräche mit dem Land über Fördermöglichkeiten geführt werden.