Magdeburg l Lange musste der Zoo in Magdeburg warten, jetzt geht es recht schnell: Noch im bevorstehenden Januar bekommt der Zoo einen neuen Elefanten. „Kando“ heißt er, ist zehn Jahre alt und im Tierpark in Berlin aufgewachsen. Ein Jungbulle also, denn Elefanten werden rund 50 Jahre alt. „Wann genau Kando abgeholt werden kann, steht noch nicht fest“, sagt Zoochef Dr. Kai Perret. Das hänge unter anderem auch vom Wetter ab. „Aber wenn alles klappt, ist er Ende Januar hier.“

Und Kando wird nicht der einzige Zuwachs im neuen Africambo-II-Gehege sein. Bis Mitte 2018 sollen noch zwei weitere Jungbullen die Magdeburger Herde auffrischen. Aus dem Zoo Wuppertal wird „Uli“ erwartet, und „Rungwe“ wird die Reise aus dem Zoo in Beauval St. Aignan in Frankreich an die Elbe antreten. „Die Jungbullen können nicht alle zur selben Zeit bei uns aufgenommen werden. Jeder Elefant muss sich erst an sein neues Zuhause gewöhnen. Er muss in Ruhe die Anlage entdecken können“, erklärt Kai Perret das Prozedere.

Zeit zum Eingewöhnen

Auch werden die neuen „Jungs“ nicht gleich auf die Magdeburger Elefantendamen Birma und Mwana losgelassen. „Das können und wollen wir unseren beiden Elefantenkühen, die ja nicht mehr die jüngsten sind, nicht zumuten“, sagt der Zoochef. Die Jungbullen und die Kühe werden erst einmal getrennt in der Anlage leben. „Platz ist dafür reichlich vorhanden. Wann sie alle zusammen auf die Anlage können, wird sich zeigen, wenn sich die Jungbullen eingelebt haben.“

Fehlen zu den Bullen noch die passenden Kühe. Birma und Mwana sind schon zu alt für eine Elefantenzucht. Die drei Bullen und die beiden Elefanten-Seniorinnen stellen erst einmal eine Übergangssituation dar. „Wir halten natürlich an dem Plan fest, bei uns afrikanische Elefanten zu züchten“, so Kai Perret. Das Problem sei, dass es in den europäischen Zoos, die sich in Sachen Elefantenzucht zusammengetan haben, zu viele Bullen und zu wenige Kühe gebe.

Bemühung um Elefantenkühe

Der für die Verteilung der Elefanten zuständige Zuchtbuchführer im Wuppertaler Zoo habe dem Magdeburger Zoo vorläufig nur das Angebot für drei Jungbullen machen können. „Darüber sind wir erst einmal froh, denn es füllt unsere neue Africambo-Anlage. Und wir helfen damit auch bei der Unterbringung von Jungbullen. Allerdings werden wir immer wieder darauf drängen, auch junge Elefantenkühe nach Magdeburg zu bekommen“, meint Kai Perret.

Nicht außer Acht kann man dabei lassen, dass Elefantenbabys für einen Zoo immer auch einen wirtschaftlichen Aspekt haben. Die kleinen drolligen Dickhäuter ziehen Besucher in einen Zoo.

Zwei Schimpansen ziehen mit ein

Neben den drei Elefanten wird der Zoo im kommenden Jahr noch weitere und vor allem publikumswirksame Zugänge bekommen: die Schimpansen-Männchen „Kofi“ und „Bangolo“. Sie kommen aus dem Leipziger Zoo nach Magdeburg, die Übersiedlung ist für kommenden März geplant.

„Seit dem Tod von Karlchen gibt es in unserer Schimpansengruppe eine Art Schwebezustand, was die Führung der Gruppe betrifft. Wir hoffen, dass eines der beiden Männchen aus Leipzig die Führung übernehmen wird“, sagt Kai Perret. Für Schimpansengruppen seien klare Führungsstrukturen sehr wichtig. Diese Tiere benötigten ihren festen Platz in einer Gruppe.

Führung in Gruppe übernehmen

Nachdem die beiden Schimpansenmännchen in Magdeburg eingetroffen sind, werden sie erst einmal vorsichtig an die Gruppe herangeführt. „Das passiert alles im hinteren, für die Besucher nicht sichtbaren Teil des Geheges. Manchmal geht es bei Schimpansen sehr ruppig zu. Die Pfleger kennen sich damit aus, Besucher könnten solche Raufereien dagegen irritieren“, berichtet Kai Perret. „Was wir vom Leipziger Zoo über die beiden gehört haben, lässt erwarten, dass es funktionieren wird.“

Vor allem Kofi, er ist der ältere von beiden, gelte als sozial kompetent, aufgeschlossen und intelligent. „Aber die Eingewöhnung wird auf jeden Fall ihre Zeit benötigen“, so Perret.