Magdeburg l 92 Jahre Kleingartengeschichte, aber frisch wiedergeboren – so fühlen sich die Kleingärtner der Anlage „Am Zuckerbusch“ im Magdeburger Stadtteil Cracau gerade. Die Freude über den Erhalt ihrer Sparte ist auch Tage nach dem entsprechenden Stadtratsbeschluss übergroß.

„Es ist so selten, dass so eine kleine Gartenanlage wie wir überlebt. Das müssen wir einfach feiern“, sagt Ulrike Herbert beim „Wieder“-Geburtstagsfest. Mit einer eilig organisierten Party im Gang der 28 Parzellen großen Anlage in Cracau ist die eingeschworene Kleingärtner-Gemeinschaft zusammengekommen, um den Sieg ihrer Protestaktion zu feiern. Denn beinahe wäre das Ende des Zuckerbuschs besiegelt gewesen. Vor Jahren hatte es im Stadtrat eine große Mehrheit zur Neugestaltung des Heumarktes gegeben. Dazu war ein Ideenwettbewerb ins Leben gerufen worden. Dessen Inhalt war der Aufbau eines komplett neuen Viertels mit Wohnblöcken entlang der Straße. Außerdem ging es in der Diskussion auch um eine Schule für Ostelbien. Die Zukunft der Gartenanlage stand auf der Kippe.

Protestbewegung hatte Erfolg

Doch die rührigen Kleingärtner wollten ihre Oase nicht einfach so aufgeben, kämpften für den Erhalt, sprachen mit Stadträten, warben und appellierten. Sie bildeten eigens eine Kommission. „Wir sind ja alles Laien. Wie geht Politik?“, erinnert Ulrike Herbert an die Anfänge der „Protestbewegung“. Sie fanden Unterstützer und Gehör im Stadtrat. Unter anderen bei Manuel Rupsch. Der CDU-Stadtrat war ebenso zur Dankeschön-Feier für alle Unterstützer in die Gartenanlage gekommen. „Wir reden immer über Kaltluftschneisen – und hier wäre eine grüne Lunge verloren gegangen“, rekapituliert er. Eine Schule in dem Bereich der Gartenanlage wäre in seinen Augen nicht sinnvoll. Der Standort wäre angesichts der vielen Straßen eine „Insellösung“. Er freue sich, dass die Mehrheit im Stadtrat für den Erhalt des Zuckerbuschs gestimmt hatte.

Darauf wurde nun angestoßen – und gleichzeitig beim Fest Geld für das Kinderhospiz der Pfeifferschen Stiftungen gesammelt.