Klietz l Vom Frieden und dass sie „Kinder einer Welt“ sind, sangen die Klietzer Grundschüler zum Auftakt des Neujahrsempfanges am Dienstagabend im „Seeblick“. Der Saal war nicht ganz so voll wie gewohnt. Die Anwesenden hörten mit einem Glas Sekt in der Hand auch die Hymne der Klietzer Schule, deren Text gerade wieder aktualisiert worden ist: „Zum 16. Mal sind wir Umweltschule ...“

Oberstleutnant Michael Vormwald, Kommandeur des Bundeswehrbereiches Ost, verstand es geschickt, die Begrüßung der Gäste mit dem aktuellen Geschehen rund um die Klietzer Truppenübungsplatzkommandantur zu verknüpfen.

Zunächst brachte er seine Hoffnung zum Ausdruck, dass zumindest ein Teil der Unterkunftsgebäude bereits in der zweiten Jahreshälfte wieder für die übende Truppe genutzt werden kann. Die Verlängerung des Mietvertrages mit dem Land für einen kleinen Teil des jetzt als Erstaufnahmeeinrichtung genutzten Bereiches der Kaserne am See sei in Vorbereitung. Auch baulich stünde einiges an: die Fertigstellung der neuen Zufahrt zur Kaserne im Walde samt neuem Wachgebäude sowie die Sanierung des künftigen Stabsgebäudes.

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Neun Soldaten 2016 im Auslandseinsatz

Neun Soldaten waren 2016 im Auslandseinsatz, sechs sind inzwischen zurück, drei werden in den kommenden sieben Wochen erwartet. In diesem Jahr werden vier Soldaten in verschiedene Einsatzgebiete abkommandiert. „Mögen alle gesund heimkehren!“

Die Organisationsstrukturen bei der Bundeswehr verändern sich erneut. Der wieder in Betrieb zu nehmende Truppenübungsplatz Jägerbrück (hier sollen 2017 die ersten Schießen stattfinden) wird neben Klietz, Altengrabow, Lehnin und Oberlausitz dem Bundeswehrbereich Ost zugeordnet – es sind also fünf Plätze, für die Kommandeur Michael Vormwald verantwortlich ist.

Dank allen, die sich engagieren

Bürgermeister Hermann Paschke freute sich, dass Dank des Einsatzes der Vereine, der Feuerwehren und weiterer Engagierter kleine und große Events auf die Beine gestellt werden konnten. Er erinnerte an Fischerstechen und Heimatfest, das Fest der Begegnung, den 90. Geburtstag von Germania, den Mühlentag, die schönen Dorffeste in Scharlibbe und Neuermark-Lübars. „Das Alltägliche, das Dank der Gewerbetreibenden, der Mediziner, der Feuerwehr, der Naturschützer, der Vereine ... funktioniert, macht das Leben auf dem Dorf attraktiv.“ Er zählte die Baumaßnahmen auf, die nach Winterende sofort wieder aufgenommen werden. 2016 habe es aber auch Rückschläge gegeben: die Schließung von Sparkasse und Volksbank, die Förderschule und die Fleischerei Steffens sind weg und es gab auch Probleme mit der Essenversorgung in Kindergarten und Schule.

Mit Blick auf die Verbandsgemeinde und den Amtswechsel dankte Hermann Paschke dem anwesenden Bürgermeister Bernd Witt und sicherte Nachfolgerin Steffi Friedebold ein faires und konstruktives Miteinander zu.

Einen besonderen Gruß schickte Hermann Paschke an den erkrankten Günter Bähne, der jetzt aus dem Gemeinderat ausgeschieden ist.

Die Wünsche für 2017 seien bescheiden: ein konstruktives Miteinander im Ort, einen bald beschlossenen Haushalt, eine Lösung für das alte Heizhaus und weiterhin viel Engagement der Bewohner aller drei Orte, die zur Verschönerung der Ortsbilder beitragen.

Sanierung der Unterkünfte

Das Bundesforstamt gehört ebenfalls zum Quartett, das alljährlich zum Neujahrsempfang einlädt. Wolfgang Rost als Vertreter nannte einige Zahlen, unter anderem, dass seit 2012 über das Forstamt 370 Teilnehmer bei den Kettensägenlehrgängen registriert worden sind und dass im vergangenen Jahr die inzwischen 20. Waldjugendspiele für die Grundschüler stattgefunden haben. Auch 2017 stehen Waldbaumaßnahmen an, die der Funktion der Wälder auf dem Truppenübungsplatz gerecht werden.

Der Servicecenterleiter Ronald Weihs als letzter Redner fasste sich kurz, duftete es doch schon vom Büfett, das das Küchenteam der Kommandantur zubereitet hatte. Schwerpunkt der Arbeit des vergangenen Jahres sei es gewesen, der übenden Truppe auch ohne die Kaserne am See beste Unterkunftsmöglichkeiten zu bieten. Zudem wurde eine Speiseausgabestelle im Feldlager Großwudicke geschaffen. „Das positive Feedback der Truppe ist unser Ansporn“, richtete er den Dank an alle zivilen Mitarbeiter. Die Sanierung der Unterkunftsgebäude in der Kaserne am See durch die Verkleinerung des Flüchtlingsbereiches sei die Herausforderung dieses Jahres. „Nach vorsichtiger Schätzung reicht es bei einigen Gebäuden, dass lediglich der Maler zum Einsatz kommt, bei anderen Häusern sind umfangreiche Sanierungen nötig. Wir sind darauf eingestellt und nehmen die Herausforderung an.“

Nach einer Stunde des Redens begann der gemütliche Teil des Abends. Soldaten und die geladenen Bürger der Gemeinde Klietz ließen sich das Essen schmecken, plauderten über dies und das.

Die weiteste Anreise zum Empfang hatte Sigmar Witzleben. Er war Anfang der 90er Jahre Kommandant des Klietzer Truppenübungsplatzes und kommt immer wieder gern nach Klietz, auch wegen der Freundschaft zu Werner Grabolle, dem allerersten Kommandanten des Truppenübungsplatzes – beide wurden herzlich willkommen geheißen.