Sicherheitstraining

Coole Fahrräder sind auch bei Oebisfelder Schülern nicht immer gleich verkehrssicher

Fahrradfahren können, das gilt gemeinhin als kinderleicht. Weit gefehlt, kann die Deutsche Verkehrswacht belegen. Deshalb hält unter anderem die Grundschule an der Aller in Oebisfelde das Verkehrssicherheitstraining für ein wichtiges Instrument, um den Schulweg für die Mädchen und Jungen der Klassen eins bis vier ein gutes Stück sicherer zu machen. Diese Woche war es wieder so weit.

Von Harald Schulz
Fahrradsicherheitstraining der Grundschule an der Aller: Auch Klassenlehrer Steffen Kopischke schulte seine Klasse zwei für die Nutzung des Fahrrades im Straßenverkehr. Dazu gehörten unter anderem Wissenstests und die Kontrolle der Räder. Während die Kinder über ein gutes Wissen über die Nutzung von Fahrrädern verfügten, mussten allein in dieser Klasse insgesamt 11 von 17 Rädern in die Nachprüfung.
Fahrradsicherheitstraining der Grundschule an der Aller: Auch Klassenlehrer Steffen Kopischke schulte seine Klasse zwei für die Nutzung des Fahrrades im Straßenverkehr. Dazu gehörten unter anderem Wissenstests und die Kontrolle der Räder. Während die Kinder über ein gutes Wissen über die Nutzung von Fahrrädern verfügten, mussten allein in dieser Klasse insgesamt 11 von 17 Rädern in die Nachprüfung. Foto: Harald Schulz

Oebisfelde - Die Corona-Pandemie ist auch beim Verkehrssicherheitstraining nicht spurlos an der Grundschule an der Aller vorbeigegangen. Zwar waren wie in den Jahren davor wiederum die Polizei und die Verkehrswacht im Landkreis Börde mit von der Partie, doch die Unterstützung von Eltern blieb dieses Mal aus. Auch der Fahrtest der Grundschüler auf öffentlichen Straßen in der Allerstadt musste kurzerhand ausfallen. So mussten die Mädchen und Jungen ihr Wissen und Können sowie die Sicherheit ihres Fahrrades von Mittwoch bis zum gestrigen Freitag unter Beweis stellen. Das Fahrradturnier am gestrigen Vormittag bildete den Abschluss der Aktionstage.

Nicht alles verlief nach dem Geschmack von Gaby Radloff, Ingrid Gertz und Detlef Metze, allesamt ehrenamtliche Verkehrswächter. Dass Schulkinder sich erst ab der 4. Klasse bedingt vorausschauend auf dem Rad im Straßenverkehr sicher bewegen können, das wurde beim Absolvieren des Hindernisparcours offensichtlich.

Vom umsichtigen Anfahren, über das fehlerfreie Passieren einer s-förmigen Gasse bis hin zum sogenannten Zielbremsen - die Schulkinder wurden gefordert, manchmal sogar überfordert, zumal der Parcours innerhalb einer festgesetzten Zeit zu bewältigen war.

Nicht nur der Spaßfaktor zählt

Dass ein cooles Aussehen eines Fahrrades nicht immer gleich einem verkehrssicheren Rad entspricht, das erfuhren die Grundschüler beim Fahrradcheck. Oft bestimmt der Style die Attraktivität, die beim Kauf des Rades ausschlaggebend ist. Viele Räder bieten so lediglich einen hohen Spaßfaktor. Doch dann mangelt es ebenso oft an Reflektoren und vorschriftsmäßiger Beleuchtung. So konnte beispielsweise Klassenlehrer Steffen Kopischke die Verkehrssicherheitsplakette lediglich an sechs von 17 Fahrrädern von Schülern der Klasse zwei befestigen.

Die Verkehrssicherheitsaktion mit dem Fahrradturnier hält Schulleiterin Ulrike Eggers für unverzichtbar. „Es gibt die Basis für grundsätzliche Sicherheit der Grundschüler im Straßenverkehr. Und das sind uns unsere Schützlinge allemal wert“, unterstreicht Eggers den Stellenwert der Aktionstage.

Das Statistische Bundesamt meldet für das Jahr 2018 bundesweit insgesamt 29.213 verunglückte Kinder im Straßenverkehr. Die meisten Kinder verunglückten in einem Fahrzeug (36,7 Prozent), dann folgen schon Fahrradunfälle (35 Prozent), wobei davon wiederum 30,4 Prozent der Verkehrsunfälle tödlich ausgingen. Unfälle von Kindern zu Fuß folgen mit 21,5 Prozent mit Abstand an letzter Stelle.

Zum Abschluss der Wertungsfahrt auf einem Parcours musste auch Konstantin Harms beweisen, dass er sein Fahrrad punktgenau abbremsen kann.  Von der Verkehrswacht im Landkreis Börde gab Detlef Metze seine Einschätzung zu diesem Übungsteil ab.
Zum Abschluss der Wertungsfahrt auf einem Parcours musste auch Konstantin Harms beweisen, dass er sein Fahrrad punktgenau abbremsen kann. Von der Verkehrswacht im Landkreis Börde gab Detlef Metze seine Einschätzung zu diesem Übungsteil ab.
Foto: Harald Schulz