Haldensleben/Oebisfelde l Lange wurde auf den Impfstoff gewartet, nun ist er endlich da. Am Sonntag kamen 760 Dosen im Impfzentrum in Haldensleben an, die seit Montag verimpft werden. Dafür sind zwei mobile Teams im Einsatz.

„Wir waren alle sehr aufgeregt“, sagt Katrin Baier, ärztliche Leiterin Impfen des Impfzentrums in Haldensleben. Vor dem Start wurden die Mitarbeiter der mobilen Teams via Antischnelltest auf eine mögliche Infektion mit dem Coronavirus untersucht. Im Anschluss erfolgte die Einweisung für das Impfregime. Es folgten die Bestückungen der Fahrzeuge mit Schutzausrüstung, Impfbestecken, Dokumentationsmaterial und dem Impfstoff, der in speziellen Thermokühlboxen transportiert werden muss. Gegen 9 Uhr schwärmten die beiden Teams in zwei Einrichtungen im Landkreis Börde aus.

Die Erste im Landkreis, die gegen das Coronavirus geimpft wurde, war Ute Glum. Sie ist Leiterin des Pflegeheims Schlossgarten in Flechtingen. Das zweite mobile Impfteam begann die Impfungen im Pflegeheim Sonnenhof in Dolle (Gemeinde Burgstall). „Wir haben bewusst für den Impfstart mit diesen kleineren Einrichtungen begonnen“, hieß es von Baier. Etwa 120 Personen wurden in diesen beiden Seniorenheimen am Montag immunisiert.

Auch die Schutzimpfungen im Ameos-Klinikum in Haldensleben haben begonnen. Dort wird der Piks unter die Haut von sogenannten impfbefähigten Personen verabreicht. Insgesamt 20 Mitarbeiter wurden geimpft, in den kommenden Tagen folgen weitere 60 Personen aus den Reihen des Personals. In der Helios-Bördeklinik in Neindorf (Oschersleben) wurden Dienstag insgesamt 100 Mitarbeiter geimpft. Das Impfprozedere muss nun überall in drei Wochen wiederholt werden, um den maximal möglichen Schutz des Serums je Geimpften zu erzielen.

„Der Start verlief reibungslos“, resümiert Katrin Baier. Am heutigen Mittwoch sollen die nächsten Impfdosen das Land Sachsen-Anhalt erreichen. Im Januar wird es eine Hotline geben, bei der die Termine für die Impfung vereinbart werden, die dann im Impfzentrum Haldensleben vorgenommen werden.

Börde-Landrat Martin Stichnoth zeigt sich sehr zufrieden mit dem Aufbau des Impfzentrums und dem Start der Schutzimpfungen: „Für die Abfederung der Folgen der Pandemie ist es wichtig, dass unsere Ärzte, Schwestern und das Pflegepersonal gesund sind. Die Aufgaben dieser Personen sind nicht nur komplex, sondern sehr vielfältig und vor allem wichtig.“ Es gehe darum, die Menschen mit den gewohnten Leistungen zu versorgen, die das Gesundheitssystem vorhalte. „Und dafür müssen Ärzte, Schwestern und Pfleger gesund bleiben.“

Der Blick des Landrats in die unmittelbare Zukunft: „Ab Januar, immer vorausgesetzt, dass genügend Impfstoff geliefert wird, nimmt das Impfzen­trum des Landkreises Börde den Betrieb auf. Menschen, die hier geimpft werden, benötigen zwingend einen Termin. Die dafür zur Verfügung stehende Kontaktnummer wird Anfang Januar bekannt gemacht.“ Der Landrat-Hinweis: „Aktuell gibt es Informationen zum Impfzentrum und zu geplanten Abläufen auf dem YouTube-Kanal des Landkreises und auf der Web-Seite unter www.landkreis-boerde.de/corona.“

„Diese Zeit ist anders als alle zuvor, das können selbst Menschen mit biblischem Alter nicht bestreiten, denn niemand vor uns kannte bisher das Covid-19-Virus. Kein Themenbereich, nicht einmal Sport, Autos, Shopping oder gar die Liebe, war so dermaßen dominant wie dieser. Selbst meine vierjährige Enkelin hat manchmal wütend gesagt, dass sie Corona nicht mehr hören kann“, so der Blick von Bürgermeister Hans-Werner Kraul auf diese Pandemie.

„Auch das Weihnachtsfest, für die meisten von uns ein Höhepunkt des Jahres, konnte nicht wie gewohnt gefeiert werden“, bedauert Kraul. Er befindet: „Die übergroße Mehrheit der Menschen war und ist diszipliniert, weil sie sich bewusst ist, dass eine gute Gesellschaft nur unter Einhaltung des Solidarprinzips funktionieren kann. Die Starken helfen den Schwachen und die Gesunden den Kranken, das zeichnet den wahren Menschen eben aus.“ Der Bürgermeister ist überzeugt, dass das Impfregime im und für den Landkreis Börde, damit auch für die eigene Einheitsgemeinde, einen erfolgreichen Verlauf nehmen wird. Die Schutzimpfung gegen den hochansteckenden viralen Erreger ist freiwillig, doch zeigen die Infektionszeiten und Krankheitsverläufe, wie global gefährlich das Virus ist.