Buchhorst l Bis das Vorhaben auf städtischem Grund und Boden allerdings sichtbar für die Buchhorster Einwohner in die Tat umgesetzt wurde, vergingen Jahre: Nach Sturmschäden auf dem Areal im Jahre 2016, folgten erste Beratungen im Ortschaftsrat für eine Neugestaltung im Ortschaftsrat, die letztendlich in die Genehmigung der Sanierung durch den Stadtrat mündeten. Diese Auffassung vertrat im darauffolgenden März auch eine Kommission aus Kriegsgräberfürsorge, Innenministerium und Landesverwaltungsamt. Die Kommission befand, dass Gelder für Erhaltungsmaßnahmen durch das Landesverwaltungsamt über Fördermittel fließen können.

Dann aber kehrte Stillstand ein, wofür Oebisfeldes Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch (UWG) bis heute eine Begründung fehlt. Denn die finanziellen Mittel fließen komplett aus Fördergeldern. Erst als in 2019 die Folgen von erneuten Stürmen den Ehrenfriedhof jeglichen bedeutungsvollen Ausdruck nahm, wurde umgesetzt, was schon lange beschlossen worden war.

Die Kosten für die Instandsetzung und teilweise Erneuerung der Gedenkstätte belaufen sich auf zirka 110 000 Euro, informiert der Ordnungsamtsleiter der Stadt Oebisfelde-Weferlingen, Detlef Meyer. Mit dieser Summe wurden unter anderem die Kosten für das Räumen des Fichtenbestands und das Pflanzen einer Laubhecke bezahlt. Weiterhin werden die Seitenbereiche zwischen Hecke und den Kriegsgräbern mit Efeu begrünt.

Aktuell werden die Grabeinfassungen erneuert. Die Mauer im Eingangsbereich mit der Zaun- und Toranlage sowie der Plattenbelag und Begrenzungsmauer im Eingangsbereich mussten ebenfalls erneuert werden. Gereinigt und versiegelt erhält das Denkmal mit der Beschriftung neuen Glanz. Als eine der letzten Maßnahmen wird eine Gedenktafel aufgestellt, so Meyer.

Schreckenstage für Buchhorster Einwohner

Die Grundlage des Ehrenfriedhofs hat eine menschenverachtende Historie: Buchhorster Zeitzeugen wissen zu berichten, dass Einwohner aus Buchhorst am 17. Mai 1945 viele Tote aus einem Massengrab nahe am Dorf unter Zwang mit bloßen Händen ausbuddeln, waschen, in Tücher wickeln und umbetten mussten.

Es handelte sich um Tote aus einem Eisenbahnwaggon, der seit Wochen auf den Bahngleisen abgestellt worden war. Zwangsarbeiter müssen die Leichname dann irgendwann vor Kriegsende in einem Massengrab aus drei Schichten mit Toten abgelegt und verscharrt haben, was Nachforschungen erbrachten. Woher genau die NS-Opfer stammten, konnte bis heute nicht in Erfahrung gebracht werden, heißt es von Zeitzeugen. Möglicherweise ist ein Transport auf der Schiene aus dem Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg abgefahren und der Waggon wurde bei Buchhorst auf den Gleisen zurückgelassen. Aus Bitternis über ihre menschenverachtenden Deportationen hätten dann polnische Zwangsarbeiter an jenem 17. Mai Buchhorster Männer und Frauen zu diesem Martyrium gezwungen.

Erst als einer Frau aus dem Dorf die Flucht gelang und sie amerikanische Truppenteile um Hilfe bat, schritten die ein. Die Polen wurden vertrieben, das Waschen der Toten hatte ein Ende, sie wurden aus dem Massengrab umgebettet. Zurück blieb eine Bitternis bei den Buchhorstern.