Kein Baumfrevel

Eiche in Breitenrode wegen Gefahrenabwehr beschnitten

Die Stadtverwaltung in Oebisfelde dementiert den Vorwurf von Baumfrevel. Die Eiche am Ehrenmal in Breitenrode musste aus Gründen der Gefahrenabwehr beschnitten werden.

Von Harald Schulz

Breitenrode

Seinen Wohnsitz in Breitenrode habe er schon seit über 30 Jahren, eben weil Menschen und Natur in diesem Ort seinem Naturell entsprechen. Das nimmt der ehemalige Unternehmer sowie Ingenieur für Garten- und Landschaftsbau, Jerzy Francus, für sich in Anspruch. Seine Leidenschaft im Ruhestand gilt insbesondere den heimischen Bäumen.

Deshalb regt sich bei ihm Kritik an Beschneidungen von Bäumen auf dem Areal am Breitenroder Ehrenmal. Wie er vor Ort der Redaktion erläuterte, habe er festgestellt, dass erst vor einigen Tagen von einer mächtigen Eiche ein massiver Ast abgesägt wurde, hingegen trockene Äste am Baum belassen wurden. Und auch an andere Bäumen in diesem Bereich wurden Äste gekappt, deren Sinnhaftigkeit Francus nicht nachvollziehen kann. Er spricht dabei von Baumfrevel, da ab dem 1. März Bäume nicht mehr beschnitten werden dürfen. Und Francus legt noch nach: Er moniert, dass die vier Bänke auf dem Areal am Gedenkstein als Raststätten nicht geeignet sind. Die sind nämlich über und über mit Bewuchs überzogen. „Da ruht sich doch kein Mensch drauf aus. Und dabei wird doch in Glanzprospekten für den sanften Tourismus im Biosphärenreservat Drömling geworben. Wer hier vorbeikommt, der radelt oder marschiert weiter“, urteilt Francus.

Der Leiter des städtischen Ordnungsamtes, Detlef Meyer, informierte auf Anfrage, dass es sich bei den Beschneidungen eine öffentliche Gefahrenabwehr durch einen beauftragten Fachbetrieb handelt. Der musste dort die Arbeiten aufgrund von Vorkommen des Eichenprozessionsspinners unterbrechen. Deshalb wurde das Terrain auch mit Trassierband abgesperrt. Die Arbeiten werden zu einem späteren Zeitpunkt fortgeführt. Es handelt sich also nicht um Baumfrevel, stellt Meyer klar. Auch um die Bänke soll sich gekümmert werden.