Oebisfelde l Der Event-Unternehmer Goran Durdic hat die unter Denkmalschutz stehende Immobilie gekauft. Er beabsichtigt, das Gebäude möglichst bis zum Herbst 2020 in ein gastliches Haus mit überregionalem Charakter für Veranstaltungen umgebaut zu haben. Der Jägerhof in zentraler Lage an der Ecke Schul-straße/Magdeburger Straße spiegelt von außen betrachtet immer noch einen respektablen Eindruck einstiger baulicher Klasse wider.

Wird das Innere des nun im Besitz des Vorsfelders Investors Durdic befindlichen Hauptgebäudes betreten, springt dem Betrachter der seit 30 Jahren verstaubte Glanz dieses Gasthauses sprichwörtlich vor Augen: Dicker Staub liegt wie eine Patina über feinstem Parkett. Vom tiefroten Bühnenvorhang lösen sich schon beim vorsichtigen Berühren ebenfalls graue Wölkchen. Beim Betreten der Treppe hinunter zur einstigen Bar, oder beim Blick von der umlaufenden Balustrade hinterunter auf die Tanzfläche lässt sich erahnen, wie sich damals bei Tanzveranstaltungen und Theatervorstellungen amüsiert wurde.

Strukturen erhalten

Diese altbekannte – und zukünftig verstärkt von jungen und jung gebliebenen Menschen – gewünschte Atmosphäre soll im neuen Jägerhof wieder aufblühen, beschreibt Durdic sein unternehmerisches Ziel. „Der Jägerhof soll in den historischen Strukturen im neuen Ambiente wieder ein Treffpunkt für Feierlichkeiten aller Coleur werden“, beschreibt der Investor den Grund für seine Ansiedlung in Oebisfelde.

Der aus Bosnien zu Beginn der 1990er Jahre mit elterlicher Familie nach Deutschland übergesiedelte Serbe Goran Durdic war seit dieser Zeit für zig Veranstaltungsagenturen, Event- und Catering-Unternehmen verantwortlich, bis er nun in eigener Regie arbeitet.

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Von der ganz großen Hektik hat sich Durdic losgesagt. Er betreibt in Velpke das „Postillion“, ein Hotel mit Restaurantbetrieb, sein Bruder Madlen in Wolfsburg das Schloss-Café. Den Weg nach Oebisfelde fand Duran Durdic, weil nach seiner Auffassung und durch Gespräche mit Geschäftspartnern in der VW-Stadt das Moderne, das Schnelllebige bis auf wenige Ausnahmen anzutreffen ist, was auch für den gastronomischen Bereich zutrifft.

Oebisfelde idealer Standort

Die Stadt Oebisfelde bietet mit ihrem Altstadtkern und der Periferie erstklassige Möglichkeiten, den Anforderungen nach einer „All-inclusive“-Feier gerecht zu werden. Und das mit überregionaler Ausstrahlung, ist Durdic überzeugt. Im Blick hat der Event-Unternehmer nicht allein den Jägerhof, sondern die Burg als Trauungs- und Erlebnisort, das Dämmchen, die Kirchen und die Hotelerie in der Allerstadt wie auch in Breitenrode.

Durdic gibt ein Beispiel: Der Jägerhof wird zukünftig eine Location mit Alleinstellungsmerkmal, was den Service betrifft. Es soll ein „Wunschlos-glücklich-Paket“ möglich sein. Das beinhaltet bespielweise eine Trauung in der Burg, eine Kutschfahrt übers Dämmchen durch die Altstadt mit professionellen Fotos auf der Hochzeitsbank und letztendlich eine Hochzeitsfeier – auf den Punkt perfekt – im Jägerhof. Übernachtungsmöglichkeiten für die Gäste in den nahen Hotels eingeschlossen. Was zudem für Oebisfelde spricht, sind die regelmäßigen Zuganbindungen von und zum ICE-Bahnhof Wolfsburg. „Da können dann auch Shuttle-Transfers angeboten werden, sieht Durdic zusätzliche Pluspunkte für sein Vorhaben. Was er ebenfalls fest im Blick hat, sind kleinere Feiern und Veranstaltungen mit lokalem Publikum, wie Familienfeste aus unterschiedlichsten Anlässen, öffentliche Veranstaltungen wie Silvester-Events oder einem „Tanz in den Mai“.

Kein Hotelbetrieb

Der Jägerhof soll kein Hotel, Restaurant oder Gasthaus mit täglichen Öffnungszeiten werden, versichert Durdic. „Mein Konzept zu etablieren, wird sicherlich seine Zeit benötigen, doch das Gesamtpaket muss von Anfang an überzeugen. „Ich suche Kontakte zu den Menschen und Vereinen in Oebisfelde, will mich einbringen und für die Stadt Oebisfelde werben, damit gerade vor Ort die Akzeptanz vorhanden ist“, bekräftigt der Kaufmann Durdic.

Noch aber ist es noch nicht soweit. Vor Durdic liegen – von ihm geschätzt – eine Million Euro an Investionsausgaben und jede Menge Sanierungsarbeiten, was den Jägerhof und die Nebengebäude betrifft.

Aktuell finden intensive Gespräche mit Denkmalschutz, Landkreis und Stadt Oebisfelde-Weferlingen über Aus- und Umbau, Brandschutz und Parkraum statt. Wie Durdic betont, erhält er seit Anmelden seines Vorhabens eine spürbare Unterstützung von der Stadtverwaltung. „Ich bin auf dem richtigen Weg. Probleme treten sicher auf, wie ich erwarte. Aber Hindernisse sind da, um sie gemeinsam zu meistern“, sieht Durdic der Eröffnung zuversichtlich entgegen.