Oebisfelde l Die eine Stunde intensive Gymnastik findet nicht im Fitnessstudio statt, dafür reicht allemal ein Raum im Oebisfelder Mehrgenerationenhaus. Auch trägt nicht eine Teilnehmerin modische Sportbekleidung mit Label-Aufdruck. Luftige Bekleidung, die nicht einengt, reicht. Und es sind beim Training auch keine vor Anstrengung verzehrten Gesichter oder Stöhnen zu vernehmen. Dafür wird mal ein Witz erzählt, ansonsten wird es immer dann still, wenn die Anforderungen für Übungen von Vorturnerin Grimm spürbar fordernd werden.

Zwei Gruppen leitet Doris Grimm jeweils mittwochs zwischen 9 und 11 Uhr an. "Kommen alle Gymnastikdamen, dann sind es 38 Kursteilnehmerinnen, die durchaus eine unterschiedliche Fitness vorweisen können. Die älteste Teilnehmerin ist bereits deutlich über 80 Jahre alt, aber fit wie besagter Turnschuh", berichtet Übungsleiterin Grimm.

Das gute, ja herzliche Miteinander ist ein wichtiges Moment für den Übungserfolg, weiß Grimm. Und so kommen ihre Anleitungen immer wie aus der Pistole geschossen, aber stets mit einer sportlich-humorvollen Betonung. Das kommt bei ihren Gegenübern an und bringt eine gelöste Stimmung in die Trainingsrunde. Dass die Übungen nicht von jeder Teilnehmerin gleich gut beherrscht werden, das ist Nebensache. Immer locker vom Hocker ist die Devise für die jeweils 60-minütige, den Körper fordernde Gymnastikeinheit. Doris Grimm weiß genau, was sie "ihren Damen" abverlangen kann. Im Jahre 1978 hat sie den Beruf der Physiotherapeutin erlernt, nach ihrem Abschluss niemals die Lust an diesem Beruf verloren. Ihr Können ist selbst bei den Seniorentreffen der Breitenroder Rentner gefragt, denn auch dort geht es nach dem Kaffeetrinken meist "locker vom Hocker" bei einigen Minuten Gymnastik zu.

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"Für Bewegung ist es nie zu spät", lautet das Motivationspflaster von Doris Grimm. Zu bedenken gibt sie, dass jegliche Anstrengung dem eigenen Körper zumutbar sein muss. Sich überanstrengen, das kann sogar der Gesundheit schaden. Deshalb rät die Physiotherapeutin jungen wie älteren Personen, die ihre Fitness verbessern wollen, sich zuvor einem Gesundheitscheck beim Hausarzt zu unterziehen. Dabei den Arzt auch informieren, zu welchem Zweck der Arztbesuch dient.

Mittwochs ruhiger

Bei den Mittwochsgruppen geht es eher ruhig zu, auch wenn die Übungen die meisten Teilnehmerinnen schon in den Schwitz-Modus bringen. Worauf Doris Grimm dabei besonders achtet, sind immer wieder Entspannungsübungen. Die tragen dazu bei, dass bei niemandem die Muskeln "sauer werden", sprich, sich ein Muskelkater bemerkbar macht.

Wenn Doris Grimm allerdings die Gymnastikfrauen verabschiedet, dann wurden so viele große und kleine Muskeln bewegt, das Knochengerüst gestreckt und Glieder gedehnt, dass sich ein Wohlbehagen einstellt. "Wichtig ist, dass die Frauen sich körperlich gefordert fühlen. Die Intensität bestimmen sie ja eh für sich selbst. Ich motiviere, zeige die Übungen und gebe Anleitungen. Das Wichtigste bei sportlicher Aktivität ist, das richtige persönliche Maß zu finden", heißt es von Doris Grimm.