Oebisfelde l Für den gastgebenden Männergesangsverein Oebisfelde und als frisch wiedergewählter Vorsitzender des Fördervereins Nicolaikirche Oebisfelde wollte Wilhelm Schrader betont wissen, dass dieses Frühlingskonzert ganz im Zeichen des Muttertages steht, „dass die Chöre für Ur-Großmütter, Großmütter, Mütter und auch solche, die es noch werden wollen, dieses Konzert bestreiten“. Eine Wortwahl, für die es viel Applaus von den Zuhörern gab.

Auch Moderatorin Waltraut Sierau erntete solche Anerkennung. Sie führte mit Versen in das Konzert ein, die den Wert einer Mutter aufzeigten und was ihre Liebsten ihr wohl zum Muttertag schenken sollten. Es war mucksmäuschenstill, als Waltraut Sierau die vieldeutige Prosa sprach: „Schenk Ihr deine Zeit!“

Dann wurde es hoch musikalisch: Der Frauenchor Wassensdorf erstrahlte in frühlingsfrischem Aussehen und mit neuen Gesichtern, allen voran mit dem zwölfjährigen „Chorküken“ Joline Sandke. Dem Eröffnungslied „Schöner Frühling, komm doch wieder“, ließ der Chor ein Potpourri folgen, dass nur allzu bekannte Volkslieder beinhaltete, so dass das Publikum spontan aber dezent mitsang.

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Nicolaikirche

Die Nicolaikirche wurde ein erstes Mal von vollem Klang erfüllt: Der Chor vom Männergesangsverein Oebisfelde hatte hinter dem Frauenchor Aufstellung genommen, um gemeinsam das Kirchenlied von Martin Behm (1557 – 1622) „Wie lieblich ist der Maien“ vorzutragen. Den Chören gelang dabei ein gelungenes Arrangement, dass in stimmlicher Größe bis zum letzten Ton in sich geschlossen blieb. Im Gegensatz dazu, wurden die Stimmen rauer, als der Männergesangsverein sein „Begrüßungslied“ und das „Freddy-Quinn“-Potpourri folgen ließ. Dieser Liederreigen hätte auch Seemännern bestens zu Gesicht gestanden. Und auch das Drömlingslied gelang zu einem männlichen Gruß an die Heimat und die Schönheiten am anmutigen Ohre-Strand.

Es ging ein Ruck durch die Reihen der Zuhörer, als der All’Cantara-Chor sein zweites Lied „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“, erklingen ließ. Klangen die Sopran-Stimmen dabei schon hell und bemerkenswert hörbar durch die Nicolaikirche, so erfüllte Annett Nienstedt-Danies nun mit ihrer Koloratursopran-Stimme den Raum. Ihre Stimme sprang schlicht aber nicht aufdringlich hervor, ließ das Röslein von Goethes Heidenröslein mit glasklarer Stimme erblühen.

Eröffnet hatte der Chor den Liederzyklus mit dem Gospel „Freedom is coming“ (Frieden kommt) – einem Protestlied gegen die einstige südafrikanische Apartheid-Politik. Mit „Let my light shine bright“ (frei übersetzt: Lass mein Licht hell leuchten) beschloss der Chor den Reigen erneut mit einem Gospel.

Chöre und Konzertbesucher stimmten dann gemeinsam das Volkslied „Der Mai ist gekommen“ des einstigen deutschen Lyrikers Emanuel Geibel (1815 - 1884) an. Das Frühlingskonzert klang so musikalisch aus, an der Kaffeetafel und bei Gegrilltem fand sich dann Gelegenheit zur Unterhaltung.