Oebisfelde l Sooft es ihr an ihrem Geburtstag möglich ist, führt ein Spaziergang Jasmin Neubieser zu dem Gedenkstein am Oebisfelder Rathaus. „Es ist für mich schon etwas Besonderes, dieser Stein, der Verbundenheit, Freundschaft und ein gutes Miteinander ausdrückt. Das ist auch für mein Leben wichtig. Deshalb komme ich hierher“, begründet die heute in Braunschweig als Bürokauffrau arbeitende und lebende Oebisfelderin diesen Bezug an. Ein Kind der Allerstadt ist sie aber immer noch. Besuche bei ihren zahlreichen Freunden in Oebisfelde sind ihr wichtig. Und auch in ihrem Wohnquartier in der Achterstraße lässt es sich in der Freizeit gut aushalten.

Dass Jasmin Neubieser am 26. November 1990 auf die Welt kam, war der Hartnäckigkeit ihrer Mutter zu verdanken, wie zu erfahren war. Am Wochenende vor jenem Montag wurde in Oebisfelde der Weihnachtsmarkt veranstaltet. Ihr Vater war als aktiver Fußballer am Sonntag noch im Einsatz auf dem Sportplatz. Nur ihre Mutter ahnte bereits, dass es an der Zeit war, schnell noch ein paar Sachen zu packen und dann flugs in Richtung Gardelegener Klinik zu starten. Es bedurfte dann noch einiger durchdringender Worte der hochschwangeren Ehefrau, damit der bis dahin noch entspannte Vater mit der werdenden Mutter tatsächlich aufbrach. Am nächsten Morgen gegen 3.30 Uhr tat Tochter Jasmin mit 48 Zentimeter Körperlänge und 2900 Gramm schwer den ersten Lebensschrei.

Ihre Schulzeit absolvierte Jasmin in Oebisfelde, bis sie in der neunten Klasse das Ende des Gymnasiums Oebisfelde erlebte, um ihr Abitur dann nach zwölf Jahren in Weferlingen „zu bauen“. Ihre Ziele, am heutigen 30. Geburtstag, sind ein erneuter längerer Trip durch Australien und beruflich die Qualifikation zur Wirtschaftsfachwirtin.

Während die Lebenslaufbahn von Jasmin Neubieser damals ihren Anfang nahm, unterzeichneten Oebisfeldes Bürgermeister Dr. Rüdiger Barth und Velpkes Gemeindebürgermeisterin Edith Schünemann die Nachbarschaftsvereinbarung. Als symbolisch öffentliches Zeichen wurde der Gedenkstein gesetzt. Ein Kontrakt, der im Kern die Gestaltung und den Schutz der Umwelt, die Freizeitangebote, Erholung und Sport, die Förderung der Jugend und die Lebensbedingungen älterer Bürger fördern sollte. Ebenso gehörten die Verkehrsplanung, die Heimat- und Kulturpflege, das Vereinsleben und das Bauwesen als gemeinsame Themenfelder dazu.

In Stein gemeißelt ist seitdem auch das gemeinsame Gedenken an die Wiedervereinigung an der Büstedter Brücke. Trotz Corona wird es am kommenden Sonnabend um 17 Uhr eine stille Gedenkfeier geben. Oebisfeldes Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch und Gemeindebürgermeister Mark Kreutzberg erwarten von allen Besuchern dieser Feier die strikte Einhaltung der Auflagen gegen die Virus-Pandemie.