Oebisfelde l Wer dieser Tage durch die Straßen und Gassen der Oebisfelder Altstadt streift, erblickt an so manchem Gebäude mit entsprechender Historie metallene Platzhalter. Allerdings gibt es noch keinen Hinweis, worauf die noch fehlende Beschriftung zukünftig hinweisen soll. Doch diese Hinweise folgen in Kürze. Die Tafeln wurden mit Zustimmung der Hausbesitzer ans Gemäuer angebracht, um Besucher der Altstadt auf die Geschichte des Hauses oder eines Platzes hinweisen zu können. Ähnliche Orte in der Altstadt hat der Verein bereits fix und fertig in Szene gesetzt, so beispielsweise die Milchbank ganz in der Nähe des Burg-Cafés.

Es ist eine verantwortungsvolle und akribische Arbeit, die derzeit von Ulrich Pettke und Steffen Wetterling vorangetrieben wird. „So einfach mal ein Loch in die denkmalgeschützte Hauswand zu bohren, das geht schon mal gar nicht“, erläutert der Vereinsvorsitzende an einem Gebäude in der „Sträßchen“-Gasse, während Wetterling die Tafel exakt auf den dafür vorgesehenen Platz justiert.

Einige hundert Meter weiter, am Dämmchen, leisteten Bernd Bomballa und Lutz Bieri Millimeterarbeit. Alle Wappen auf den Granitpfosten erhielten neue Halterplatten, die Wappenfolien folgen noch. Die Bohrlöcher mussten exakt übereinander passen. Etwas zu viel Druck auf den Bohrer und der Granitstein wäre auseinandergespritzt.

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Vandalismus und Verwitterung

Die Erneuerung musste teilweise aufgrund der Verwitterung, aber in der Mehrzahl wegen Vandalismus erfolgen, wissen die Heimatfreunde zu berichten. Gleiches gilt auch für die große Radwanderkarte des Infohauses und Sitzmöglichkeiten. „Wenn etwas nicht mit Gewalt kaputt zu kriegen ist, dann wird versucht, mit Feuer ans Ziel der Zerstörung zu kommen“, beklagen nicht nur Bomballa und Bieri so viel Unvernunft.

Doch der Elan verlässt die Heimatfreunde nicht. Gerade, weil sie sich für ein schönes Aussehen ihrer Heimatstadt immer wieder gern verwenden. So erhielt dieser Tage auch die Außenausstellung von zahlreichen historischen landwirtschaftlichen Gerätschaften auf dem großen Burghof nicht nur einen neuen Anstrich, auch wurden die Ackergeräte mit Infotafeln bestückt.

Parallel dazu ist eine neue Sonderausstellung im Burg- und Heimatmuseum in Vorbereitung, die aus Anlass der deutsch-deutschen Wiedervereinigung vor 30 Jahren über das Leben unmittelbar an dieser lokalen Nahtstelle informieren wird.