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GeschichteHeimatverein Oebisfelde: Motivation ungebrochen

Auf dem Turm der Oebisfelder schwärmt Jörg Kunau als „Roland der Allerstadt“ von der Sicht nach unten. Wie viele Besucher hat Nachtwächter Ulrich Pettke mit auf eine Entdeckungsreise gelockt?

Von Anett Roisch Aktualisiert: 07.02.2024, 08:20
Vom Burgturm schaut Jörg Kunau auf Oebisfelde. Er schlüpft bei Veranstaltungen in die Rolle des Rolands.
Vom Burgturm schaut Jörg Kunau auf Oebisfelde. Er schlüpft bei Veranstaltungen in die Rolle des Rolands. Foto: Anett Roisch

Oebisfelde. - Die durch Corona bedingte Besucherflaute ist überstanden. „2.390 Besucher nutzten 2023 die Angebote unseres Heimatvereins“, zieht Vereinsvorsitzender Ulrich Pettke zufrieden Bilanz.

Mit dem Blick auf das vergangene Jahr analysierte der Vorstand des Vereins – mittels einer Statistik – die Resonanz bezüglich der Öffnungszeiten des Burg- und Heimatmuseums und des Burgturms sowie der angebotenen Führungen.

Nach den Aufzeichnungen der Heimatfreunde waren vom 1. Mai bis 3. Oktober sowie am zweiten Adventswochenende das Museum und der Turm regulär 29 Mal geöffnet. Während dieser Zeit nutzten insgesamt mindestens 1.065 Gäste das Angebot zu einem Besuch.

131 Stufen bis zur Plattform

Während im Museum 446 registrierte Besucher – 379 Erwachsene sowie 67 Kinder und Jugendliche – die Ausstellungen besichtigten, stiegen mit 619 Besuchern 504 Erwachsene und 115 Kinder die 131 Stufen des 27 Meter hohen Bergfrieds hinauf. „Außerhalb der Öffnungszeiten wurden zusätzlich 224 Gäste das Jahr über durch das Museum geführt und 100 Gäste auf die Plattform des Burgturms begleitet“, schildert Pettke.

Zudem habe es bei elf Führungen durch die Burganlage für 364 Gäste aus Nah und Fern noch Wissenswertes über die historische Anlage, die zu den ältesten ihrer Art in Europa zählt, gegeben. „Letztlich nahmen noch 165 Teilnehmer an neun Altstadtführungen teil“, ergänzt der Vorsitzende des Vereins, der aktuell 240 Mitglieder hat.

Die stärkste Nachfrage gab es mit 474 Gästen bei den neun Nachtwächterführungen zu verzeichnen. Bei Vorträgen und Buchlesungen wurden weitere 185 Besucher gezählt. „Im rückblickenden Vergleich zu den Vor-Corona-Jahren konnte im Gesamtergebnis ein leichter Anstieg der Besucherzahlen von etwa 100 Gästen verzeichnet werden“, fasst Pettke zusammen.

Immer wieder hat es in Oebisfelde Ärger wegen illegaler Graffiti-Schmierereien gegeben. Die Trafostation der LSW Netz GmbH & Co. KG an der Burg ist hingegen ein in Auftrag gegebenes Graffiti-Kunstwerk. Wer das Heimatmuseum besuchen möchte, wird seit Juni 2023 von zwei Torwächtern begrüßt. Pettke hatte die Idee dazu. Und der Netzwerkbetreiber bezahlte die Gestaltung der Station.

Zwei stattliche Torwächter begrüßen die Besucher der Burg seit Juni 2023.
Zwei stattliche Torwächter begrüßen die Besucher der Burg seit Juni 2023.
Foto: Anett Roisch

Das größte Problem der Heimatfreunde ist das kaputte Dach des Museums. Das eindringende Regenwasser gefährdet die Ausstellungsstücke. Groß ist die Hoffnung auf Fördermittel mit der LAG „Flechtinger Höhenzug und Drömling“. Die Kosten für eine Sanierung liegen im sechsstelligen Bereich. „Wir müssen noch in diesem Jahr mit dem Vorhaben beginnen, denn wir haben eine Zusage für Fördermittel von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Höhe von 35.000 Euro bekommen“, erklärt Christiane Schütrumpf vom Heimatverein. Die Stadt ist der Eigentümer des Gebäudes. Durch Privatpersonen, Geschäftsleute und Firmeninhaber sind schon fast 20.000 Euro an Spenden für den Eigenanteil zusammen gekommen.

Die nächste Vereinsveranstaltung ist am 11. Februar die Winterwanderung. Start ist um 10 Uhr vor der Zufahrt zum kleinen Burghof. Die Jahreshauptversammlung findet am 24. Februar um 15 Uhr im Rittersaal statt. „Nach zwei Jahren gilt es dabei, wieder einen neuen Vereinsvorstand zu wählen“, sagt der Chef der Heimatfreunde.

Auf dem Markt wird es bei der Führung des Nachtwächters Ulrich Pettke gruselig. Der Totengräber hat auf  seinem Karren einen Sarg mit einer Hexe.
Auf dem Markt wird es bei der Führung des Nachtwächters Ulrich Pettke gruselig. Der Totengräber hat auf seinem Karren einen Sarg mit einer Hexe.
Foto: Aleks Simka

Neben einem Rückblick auf das vergangene Jahr soll es auch einen Blick auf die neuen Vorhaben geben. Zudem bestehe die Möglichkeit, im Tagungspunkt „Diskussionen“ wieder Fragen an den Vorstand zu richten und eigene Ideen einzubringen.