Dezentrales Impfen in Oebisfelde

Helfer sorgen für Entspannung

Oebisfelde

Von Harald Schulz

Auf eine perfekt vorbereitete Impfstrecke traf Koordinatorin Mandy Mrosinsky vom DRK-Kreisverband Börde in der Oebisfelder Sporthalle am Bahnhof. Was sie als Verantwortliche noch mehr erfreute, war die Anzahl von 30?ehrenamtlichen Helfern. Sie begrüßten vom 29. März bis einschließlich 1. April die impfwilligen Senioren, nahmen ihnen die Aufregung, machten den Schnelltest bei den Personen der höchsten Risikogruppe und begleiteten sie nach der Schutzimpfung durch Mediziner in den Ruheraum, wo sie sich letztendlich freundlich verabschiedeten. Insgesamt wurden in Weferlingen 268 und in Oebisfelde 402 Senioren geimpft.

Sich zu jederzeit gut aufgehoben hatte sich auch die 89-jährige Margrit Krull aus Rätzlingen gefühlt. Sie hatte den Termin vom Impfzentrum Haldensleben für die Sporthalle in Oebisfelde erhalten. Ihre Tochter Griseldis weilte stets an ihrer Seite, der Enkelsohn Jerome betätigte sich als Chauffeur von Rätzlingen zum Impfen und zurück.

Die trotz ihres hohen Alters immer noch fidele Seniorin nahm das gesamte Prozedere gelassen, war mit dem Aufklärungsgespräch bei dem Oebisfelder Mediziner Dr. Bernd Schuster bestens zufrieden. Den Piks, um den Impfstoff zu injizieren, kommentierte sie so: „Da hat man Schlimmeres im Leben überwunden, als so ein Mückenstichchen.“

Die insgesamt 30 ehrenamtlichen Helfer trugen wesentlich zu der durchweg guten Stimmungslage im Verlauf der vier Impftage bei. Häufig kannten sich der an einer Station betreuende Helfer oder eben die Helferin und die Impfwilligen, was den Senioren die innere Anspannung sichtbar nahm. Das Impfen selber bereitete auf Nachfrage für niemanden eine emotionale Hürde. Spätestens beim Plausch im Ruheraum war dann alle Aufregung vergessen. Dort war dann auch Oebisfeldes Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch zu finden.

Fehlenden öffentlichen Nahverkehr kritisiert

Sie nutzte die Gelegenheit und hörte sich die Sorgen und Nöte der Senioren in Corona-Zeiten und so manche andere Meinung an. Eine der meist geäußerten Kritiken war der fehlende öffentliche Nahverkehr, das Fehlen von Facharztpraxen und, damit verbunden, weite Wege zur Teilnahme am öffentlichen Leben.

Zwei beste Freundinnen, die sich spontan zur Mithilfe beim dezentralen Impfen entschlossen hatten, nämlich Lenka Schulze aus Velpke und Daniela Ryzner aus Jembke, entpuppten sich für die Impfwilligen als wahre Frohnaturen bei ihren Betreuungsaufgaben. Beide hatten von der Suche nach Impfhelfern erfahren und sich ohne lange zu überlegen für diese ehrenamtliche Aufgabe gemeldet.

Bürgermeister und Verwaltungschef Hans-Werner Kraul wertete die Impftage als wertvollen Bürgerservice. Seinen speziellen Dank richtete er an alle, die ehrenamtlich diese Aktion ermöglicht hatten.