Oebisfelde l Die Menschen decken sich in erster Linie mit für den Alltag wichtigen Dingen ein. Teure Anschaffungen werden offensichtlich zurückgestellt. Was seit dem gestrigen Montag sofort zu erkennen ist: Der Pflicht, in Geschäften und Nahverkehrsmitteln einen Mund- und Nasenschutz zu tragen, wird fast ohne Murren nachgekommen. Von einem ungewohnten oder komischen bis hin zum schwer zu akzeptierenden Gefühl reichen die Meinungen von Bürgern aller Altersschichten. Wer es dennoch „ohne“ versucht, ein Geschäft zu betreten, der wird eines Besseren belehrt, darf gleich wieder auf dem Hacken ins Freie umdrehen.

Diese Pflicht zum Mund- und Nasenschutz hat auch mit dazu beigetragen, dass ein Stück weit Normalität bei den Kunden eingetreten ist, befand Jürgen Elzschich. Er betreibt das „Kinderland“-Geschäft in der Oebisfelder Lindenstraße. Die Zwangspause wegen der Corona-Auflagen hat seine finanziellen Reserven aufgebraucht. „Meine Lebensversicherung war die Rente. Sonst wäre es hier nicht mehr lange gut gegangen“, urteilte der Senior, der das Geschäft als Nebenerwerb betreibt. Jetzt, nach einer Woche, ist Elzschich zufrieden mit dem Verkauf. Was ihn überraschte, war die Tatsache, dass nach der Aufhebung der Öffnungssperre am Sonnabend plötzlich zwei Kontrolleure des Landkreises in der Tür standen. Nach einer kurzen Kontrolle der hygienischen Schutzmaßnahmen bat das Duo den Inhaber zu protokollieren, wer künftig den Laden betritt und ob der Kunde oder die Kundin sich an die Hygieneregeln hält. Demnächst schauen die Kontrolleure wieder vorbei, verabschiedeten sie sich dann auch schnell wieder.

Soforthilfe kam schnell

Ein zweites Beispiel: „In meiner Änderungsschneiderei war es in den letzten Wochen seit Corona sehr still, manchmal unheimlich still“, hieß es von Inhaberin Angela Harlfinger. Das Geschäft kam so gut wie ganz zum Erliegen. Das betraf auch die Annahme für die Reinigung. Im Gegensatz zu Elzschich reichte sie unmittelbar nach Bekanntwerden von Soforthilfen einen entsprechenden Antrag ein. „Das Geld wurde überraschend schnell ausgezahlt. Es war praktisch für mich der Notanker. Seit einer Woche, so glaube ich, bin ich wieder im ruhigeren Fahrwasser“, meint Angela Harlfinger.

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Ein drittes Beispiel: Als schmerzliche Durststrecke hat Christine Behrens, Inhaberin eines Blumengeschäfts an der Klötzer Straße, die angeordnete Auszeit für ihr Geschäft aufgrund der Corona-Regelungen empfunden. Zwar wurden Bestellungen außer Haus bedient, doch die Masse wäre eben die Laufkundschaft gewesen, meinte die Kauffrau.

Glück im Ausnahmezustand hatte sie mit ihrem Hauslieferanten gehabt. Dort konnte sie gezielt bestellen und es wurde tatsächlich termingerecht geliefert. Sie ist mit dem Verkauf zufrieden, seit der Laden wieder geöffnet ist. „Wir brauchen jetzt immer noch alle einen langen Atem. Dabei sollten wir die lokale Wirtschaft stützen. Einkaufen in Oebisfelde ist wichtig.“