Oebisfelde l Das Problem Vandalismus ist noch nicht einmal auf der Tagesordnung des Stadtrates in den vergangenen Monaten aufgetaucht, obwohl diese Schandtaten die Runde in Oebisfelde machen. Und immer wieder wird von einer Jugendgang und einem Übeltäter gesprochen, die, ohne auf Gesetz und Ordnung zu achten, anderen Schaden zufügen und Zerstörungen hinterlassen. Doch konkrete Angaben für eine gezielte Strafverfolgung die fehlen, wie Kriminalhauptkommissar Weinert vom Polizeirevier Börde in Haldensleben im gestrigen Gespräch in der Redaktion bedauerte. Es existierten Namen aus dem Stadtbereich von Oebisfelde, die in Verbindung mit Vandalismus stehen, doch es fehlten konkrete Nachweise für Personen, die diese Taten begangen haben.

Eigenschutz zum Eigennutz

Mittlerweile hat es seitens der Stadtverwaltung Reaktionen auf die Zerstörungen gegeben, die in Anzeigen gegen Unbekannt bei der Polizei und ein ausgesprochenes Platzverbot gegenüber einer Person am Böttcher-Mahnmal mündeten. Allerdings war ein Kontrollieren dieses Platzverbots dem Zufall überlassen, wie Ordnungsamtsleiter Detlef Meyer einräumte.

Tatsächlich existiert ein Kooperationsvertrag zwischen der Stadtverwaltung, der Deutschen Bahn AG, der Bahnpolizei und der Landespolizei, der darauf abzielt, den Vandalismus im Bahnhofstunnel zu unterbinden, wie Meyer auf Anfrage informierte. Wie genau diese Prävention aussehen soll, müssen weitere Gesprächsrunden ergeben. Dieses lobenswerte Engagement wird aber seine Zeit benötigen, in Anbetracht der Strukturen der beteiligten Präventionspartner. Zu viel Zeit dürfte sich diese Runde dabei allerdings nicht leisten, denn die Sanierung der Tunneldecke und die Sicherung der Beleuchtung und Leitungen gegen mutwillige Zerstörung sollen noch diese Woche abgeschlossen sein. Allerdings werden weiterhin Kabelstränge offen entlang der Decke verlaufen – Zuständigkeiten sind laut dem Ordnungsamt noch zu klären.

Dass im Tunnel von anderer Seite „kontrolliert“ wird, kann an den dort überall zu findenden Sprayereien abgelesen werden. Symbole, Zahlen und Farbe, wohin der Blick auch schweift. Dass sich dort Passanten auf dem Weg durch den Tunnel oder zu den Bahnsteigen besonders abends nicht sicher fühlen, haben Nutzer schon mehrfach betont. Bemerkenswert: Die Graffiti-Motive der Art-Künstler bleiben auf der gesamten beanspruchten Fläche unangetastet.

Allerdings ist die jetzt von der UWG-Fraktion geforderte Installation einer Video-Überwachung nicht vom Stadtrat gekippt worden, wie es anfangs geheißen hat. Vielmehr soll die Verwaltung zunächst voll umfänglich prüfen, ob die Einhaltung des Datenschutzes mit der Video-Überwachung gewahrt bleiben und welche Kosten eine solche dauerhafte Überwachungsanlage mit sich bringen würde. Das bedeutet wiederum einen erhöhten Zeitaufwand für den Antrag, der jedoch schon weitaus früher hätte erfolgen können, vielleicht sogar müssen.

Hingegen hat sich der Oebisfelder Ortschaftsrat offensichtlich keine Gedanken darüber gemacht, wie Investitionen des Heimatvereins für das Stadtrenommee und den Tourismus geschützt werden können. Auch ein finanzieller Ausgleich für die stetigen Reinigungs- und Reparaturarbeiten, die durch Vandalismus entstanden sind, ist bei den Heimatfreunden bis jetzt nicht eingegangen.