Oebisfelde l Die Corona-Pandemie und ihre Folgen haben auch den Terminplan für die evangelischen Kirchengemeinden Oebisfelde und Gehrendorf eliminiert. Pfarrer Wolfgang Schwarzer, der beiden Gemeinden seelsorgerisch vorsteht, musste jetzt auch die unmittelbar bevorstehenden Konfirmationen absagen. Doch, wie der Pfarrer es selbst ausdrückt, die Seelsorge ist eine immerwährende Aufgabe, erst recht in schweren Zeiten. Und so sorgen Schwarzer, der Gemeindekirchenrat Oebisfelde und weitere Helfer in Corona-Zeiten für motivierende Lichtblicke.

Bereits seit dem gestrigen Montag ist die Katharinenkirche in der Karwoche, also noch bis Sonnabend, jeweils von 17 bis 18 Uhr „für eine individuelle Einkehr“ geöffnet. „Menschen können sich dort in der Stille stärken, sammeln und selbstverständlich beten“, lädt der Pfarrer ein.

Ostersonntag wird dann der vorproduzierte Festgottesdienst im Internet abrufbar sein. Der Link zum Gottesdienst wird rechtzeitig auf der Homepage der evangelischen Kirche www.kirche-oebisfelde.de angezeigt und über die sozialen Medien verbreitet. An dieser besonderen Andachtsfeier haben Anke Walocha-Krack an der Orgel, Oliver und Michaela Wolf mit Familie, Andy Müller, Petra Schrader, Antje Rein und Pfarrer Schwarzer mitgewirkt.

Mit Konfirmanden weiterhin in Kontakt

Der Pfarrer denkt aber auch daran, die Katharinenkirche nach den Osterfeiertagen zeitlich befristet zu öffnen. Doch das ist derzeit erst einmal nur eine Überlegung.

Trotz Corona ist der Kontakt zu den Konfirmanden und Vorkonfirmanden nicht abgebrochen. Mit seinen „Konfis“ steht Schwarzer telefonisch oder per E-Mail, doch am häufigsten per sozialer Mediendienste in Kontakt. Das funktioniert nach Schwarzers Aussage recht gut, kann aber nicht die Gruppendynamik im persönlichen Miteinander ersetzen.

Wichtige Seelsorge durch Gesprächsnähe

Den persönlichen Kontakt in seiner seelsorgerischen Arbeit vermisst der Oebisfelder Pfarrer ebenso für seine Aufgaben in der Betreuung von Menschen im hohen Lebensalter und in der Krankenhausseelsorge. Diese wichtige Art von Begleitung muss aufgrund der Corona-Auflagen durch Gesprächsnähe ersetzt werden. So ist beispielsweise die Arbeit als Krankenhausseelsorger im Gardeleger Klinikum derzeit nicht möglich. Auch die Türen zum Altenpflegeheim Dr.-Kurt-Reuber in Oebisfelde bleiben aufgrund der Präventionsmaßnahmen gegen Corona für ihn grundsätzlich verschlossen.

Einschneidende Ereignisse, wie Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen, bedeuten für den Oebisfelder Geistlichen derzeit besondere Herausforderungen. Während Taufen und Hochzeiten in Corona-Zeiten die Ausnahme sind, meist auch verschoben werden, sind Trauergespräche und Beisetzungen Ereignisse, die stets mit aller Kraft für die Hinterbliebenen seelsorgerisch betreut werden müssen.

„Ich besuche die Hinterbliebenen, wenn es gewünscht wird. Das Gespräch von Angesicht zu Angesicht, auch mit dem notwendigen Abstand zueinander, kann für die Hinterbliebenen eine wichtige Hilfe beim unmittelbaren Abschiednehmen sein“, weiß Schwarzer. Die Trauerhallen dürfen ja nicht genutzt werden, Abstände müssen auch bei der Beisetzung gewahrt bleiben. Das ist noch einmal eine andere Qualität von Begleitung in schweren Stunden, betont Pfarrer Wolfgang Schwarzer.