Gehrendorf l Im Verlauf eines festlichen Gottesdienstes wurden Rosemarie Stottmeister und zwei weitere Kirchenälteste verabschiedet, der neue Gemeindekirchenrat ins Amt eingeführt. Wer Gottesdienste in der Gehrendorfer Kirche während der sogenannten kalten Jahreszeit besucht, der bekommt drinnen schnell ein Gefühl dafür, wie diese Kälte selbst durch Kirchenmauern hindurchkriecht. Diese im wahrsten Sinne des Wortes gefühlte Anstrengung ist aber auch das einzige Manko, das Rosemarie Stottmeister in all den Jahren gern noch am Gotteshaus geändert haben wollte. Am Sonntag legte sie als Kirchenälteste nach vier Jahrzehnten endgültig die Hände in den Schoß. Vorbei. Stattdessen gab es herzlich dankende Abschiedsworte von Pfarrer Wolfgang Schwarzer, der seit 15 Jahren die aktuell nur 64 evangelischen Gehrendorfer Kirchenmitglieder umsorgt.

Präsentkorb als Dank

Vom neuen Kirchengemeinderat, der an diesem Ewigkeitssonntag von Pfarrer Schwarzer für die künftigen Aufgaben mit Segnung eingeführt wurde, erhielt Rosemarie Stottmeister zum Dankeschön zusätzlich einen prall gefüllten Präsentkorb.

„Diese Zeit war schon so wie eine Berufung“, meinte Rosemarie Stottmeister, als sie ein letztes Mal die Kollekte für die eigene Kirchengemeinde fein säuberlich notierte. Gefragt, was ihr aus all den Jahren im kirchlichen Ehrenamt in Erinnerung geblieben ist, meinte sie nach einem kurzen Augenblick des Überlegens, dass es das Glücksgefühl war, als im Jahr 2005 die restaurierten Glocken der Gehrendorfer Kirche zum Festgottesdienst mit Segnung der Glocken einluden. „Ein wunderbares Erlebnis“, befand die heimatverbundene Gehrendorferin.

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Drei Geistliche begleitet

Sie erlebte und unterstützte in ihrer Zeit als Kirchenälteste drei Geistliche. Eingeführt wurde sie von Pfarrer Werner Schumann, der früh verstarb. Es folgte dessen Ehefrau Ilse Schumann, die heute in Kloster Neuendorf lebt, bevor dann Pfarrer Schwarzer im Jahr 2004 die Kirchengemeinde Gehrendorf übernahm. Rückblickend sprach Stottmeister von einer schönen aber auch anstrengenden Kirchenzeit. Eine der größten Herausforderungen war die Begasung des gesamten Kirchengebälks, um den Befall durch eine Holzbock-Plage zu stoppen.

Mit Stottmeister beendeten auch Brigitte und Ines Fröhlich ihre Zeit als Mitglieder des Gemeindekirchenrates. Pfarrer Schwarzer dankte auch ihnen für eine erfüllte Zeit im Mitein­ander und für ihren Einsatz zum Wohl der Kirchengemeinde. Dieses Miteinander erhofft sich der Geistliche nun auch vom neuen Gemeindekirchenrat, dessen Mitglieder er für ihre zukünftigen Aufgaben im Sinne der evangelischen Kirche, den christlichen Glauben und für die eigene Kirchengemeinde segnete. Diese Gemeinschaft mit Ramona Jürges an der Spitze bilden Winand Melchers, Benjamin Jürges und Iris Paasche als komplett neue Kirchenälteste sowie Dorothea Melchers und Jörg Mewes als wiedergewählte Mitglieder.