Oebisfelde l Das Interesse, damit auch die Erwartungshaltungen der Zuhörer beim offenen Elternabend des Oebisfelder Horts Drömlingsfüchse war groß, nur wenige Sitzplätze in der Schula-Aula blieben frei. Wohl für die allermeisten Mütter, Väter, Lehrkräfte und interessierte Gäste kam die zentrale Aussage der Referentin, Diplom-Sozialpädagogin Juliane Epp überraschend: „Statt Verbote sollten Kinder lieber so früh wie möglich vom persönlich nutzbringenden Umgang mit Medien überzeugt werden. Sind ihre Schützlinge erst in der Pubertät, dann ist es mit der Einflussnahme durch die Erwachsenen eh vorbei.“

Die Fachkraft bei der Arbeiterwohlfahrt in Oschersleben beschäftigt sich bereits seit 20 Jahren mit dem Medienverhalten von Kindern und Jugendlichen. Sie mutmaßte gegenüber den Oebisfeldern Zuhörern, dass das Interesse an Fernsehunterhaltung bei Kindern wie Jugendlichen aufgebraucht ist. „Youtube ist das neue Fernsehen für diese Altersgruppe“, hieß es von Epp. Eine auf für Deutschland zu übernehmende aktuelle Studie aus Österreich belegt zudem, dass Kinder im Alter von 6 bis 9 Jahren sich in der Mehrzahl digital zu bedienendes Spielzeug, ja sogar Drohnen wünschen. Und die Anzahl dieser Altersgruppe, die sich in sozialen Netzwerken bewegen, nimmt immer weiter zu, informierte Epp. Damit eng verbunden, sind selbstverständlich die Gefahren durch die Begeisterung für die beinahe grenzenlose virtuelle Vielfalt. Beginnend mit der Zeit, die ein Kind im Umgang mit virtuellen Medien täglich verbringt, bis hin zu möglichen „Besuchen“ auf gezielt ausgerichteten kommerzielle Web-Seiten oder gar nicht jugendfreien Internet-offerten reichte das Beispielspektrum, das Epp auflistete. Die ureigensten Gefahren sieht die Fachfrau jedoch in der Unkenntnis der Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren mit dem Beurteilen von Inhalten, Abo-Fallen bei Nutzung solcher Angebote und Werbeaussagen. Deshalb ist Medienerziehung für die Sozialpädagogin eine Angelegenheit, die eine Familie insgesamt beschäftigen muss.

Epp griff nochmals die allgemein kursierenden Regeln auf: Strikte Zeitangaben für virtuelle Spiele, Aufenthalte in Chat-Räumen und Kontrollen, ohne Kenntnis der Kinder, hält sie für wenig zielorientiert. Vielmehr sollten den Schützlingen bestimmte Regeln ans Herz gelegt werden und Inhalte gemeinsam auf die Notwendigkeit und Wertigkeit geprüft werden.

Umso wichtiger ist die Selbstkontrolle der Eltern im Umgang solcher Medien. „Die Eltern sind das Vorbild für ihre Kinder“, betonte Epp. Die Referentin verteilte zudem eine Linkliste.

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