Büstedt l Nun steht die Aussaat auf der 1,6 Hektar großen Fläche in Blickweite von Oebisfelde kurz bevor. Was die Schwartzkopffs sich erhofft haben, ist wahr geworden: Für fast die gesamte Fläche haben sich Paten gefunden. Tilmann und Bianca Schwartzkopff betreiben das in Familienbesitz befindliche Gut Büstedt, das als ökologisch-landwirtschaftlicher Betrieb geführt wird. Tilmann Schwartzkopff ist durch und durch Landwirt in der Tradition des Berufsstandes. Das bedeutet für ihn, dass auch die moderne Landwirtschaft der Ernährung dienen muss, nicht aber der Gewinnmaximierung, erst recht nicht auf Kosten des Ackers. Ehefrau Bianca bringt sich dabei als selbstständige Landschaftsgärtnerin in die Ausrichtung des Betriebs ein.

Die Schwerpunkte des Betriebes sind die nachhaltige Landwirtschaft, die Vermarktung regionaler Produkte über den Hofladen und mithilfe von Verkaufsfahrzeugen. Daneben wird seit 2012 gemeinsam mit mehreren Partnern eine Biogasanlage betrieben. Verantwortung und Nachhaltigkeit wird bei Schwartzkopffs groß geschrieben. Was bedeutet, dass die Kreislaufwirtschaft, eine vielfältige Fruchtfolge mit Brache und Blühflächen dazu beitragen, die Umwelt zu schonen, Flora und Fauna einen natürlichen Lebensraum zu bieten und so auch den eigenen Kindern eine gesunde Lebensqualität zu bieten.

Kaum Schwalben bemerkt

„Aus diesen Gründen und Unterhaltungen über die heutige Landwirtschaft sind meine Frau und ich auf das Blühpatenprojekt gekommen“, erläutert Tilmann Schwartzkopff das Vorhaben. Der Anstoß war ein auch für sie wahrnehmbares Ausbleiben von Schwalben und deren Nahrung, den Insekten. „Auch bemerkte ich, dass es rund um unserer Gut immer stiller wurde. Singvögel sangen eben nicht mehr. Und, lachen Sie nicht, die Autoscheiben blieben viel länger ohne Havarien mit Insekten sauber“, versucht Schwartzkopff zu verdeutlichen. Ehefrau Bianca fand zudem noch zahlreiche andere durch Menschen verursachte Auslöser für diese „Naturkatastrophe“.

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Um das Ruder im kleinen Ausmaß herumzureißen, kamen die Schwartzkopffs auf das Blühpatenprojekt, um damit die heimische Landschaft für die Insekten bunter zu machen. Es folgten Gespräche mit Landwirten aus der Region, der Verwaltung des Biosphärenreservats Drömling und eben mit dem Bieneninstitut in Celle, bis das Projekt auf dem Papier durchgeplant war: Auf Ackerflächen, wo bislang Getreide, Mais und Zuckerrüben angebaut wurden, entstehen nun Blühflächen. Die Büstedter Pfadfinder in Sachen Blühpatenprojekt haben die Werbetrommel ordentlich gerührt und konnten mittlerweile 150 Paten aus der gesamten Bundesrepublik gewinnen. Die Aussaat erfolgt auf einer Fläche zwischen Wahrstedt und Grafhorst nahe einer ehemaligen Obstplantage.

Hochwertige Blühsaaten

„Wir haben in unserem Betrieb Erfahrungen mit Brachflächen und Blühstreifen. Das Nahrungsangebot für Insekten ist dabei jedoch bei Weitem nicht so vielversprechend ausgewogen, wie die Qualität unserer Mischsaat für die Blühfläche“, betont der Büstedter.

„Umwelt- und Artenschutz sind nicht umsonst zu haben, das ist bekannt. Und auch wir haben in das Projekt investieren müssen, um mehr als nur kritische Worte über das Artensterben zu verlieren. Wichtig ist uns, dass das Projekt die Sinne für ökologische Vielfalt und Nachhaltigkeit aufzeigt, an Paten wächst und auf lange Sicht finanziell abgefedert ist“, betont der Naturschützer.

Bereits mit 25 Quadratmetern für 19 Euro beginnt ein Patenschaftsverhältnis. Zusätzlich besteht das Angebot, dass diese Patenschaft öffentlich auf einer Tafel an der Blühfläche und/oder auf der Internetseite platziert wird.

Weitere Infos unter 05364/15 81 oder www.gut-buestedt.de/bluehpate.