Weferlingen l Es war eine konstituierende Sitzung, die durch einen Wahlmarathon geprägt wurde. Die alte wie neue Geschäftsordnung, die nach Änderung der Ladungsfrist von 10 auf 14 Tage mehrheitlich angenommen wurde, verlangte für die Anerkennung eines Gewählten die absolute Mehrheit aller anwesenden Mandatsträger. Da krankheitsbedingt Sven Groneberg (SPD) nicht teilnehmen konnte, musste ein Bewerber im ersten Wahlgang mindestens 15 Stimmen auf sich vereinen. Daran scheiterten fast alle ersten Wahlgänge. Da die zudem ausnahmslos im geheimen Modus erfolgten, die CDU- und die UWG-Fraktion konkurrierend jeweils ihre Bewerber ins Rennen schickten und auch ungültige Stimmabgaben in regelmäßiger Folge zu notieren waren, endete die Sitzung fast Punkt 23 Uhr. Die vorgegebene vierstündige Sitzungszeit war nämlich damit aufgebraucht. Lediglich das Anerkennen der Ergebnisse bei der Kommunalwahl in den jeweiligen Ortschaften wurde einstimmig durchgewunken.

Im ersten Wahlgang der Mandatsinhaber von den Fraktionen CDU (8 Mandate), UWG (6), SPD (5), WfO (3), Die Linke (3), Bündnis 90/Die Grünen (2) und Einzelbewerber Martin Hermann aus Walbeck galt es, den Vorsitzenden zu wählen. Den Vorsitz hatte bis nach der Wahl der Sitzungsälteste Klaus Gerike (UWG) inne.

Die CDU-Fraktion schickte aus den eigenen Reihen Marco Alex ins Rennen. Alex ist von Beruf Gerichtsvollzieher am Amtsgericht Haldensleben und bereits die zweite Legislaturperiode im Stadtrat und damit in Ausschüssen vertreten.

Die UWG-Fraktion benannte keinen eigenen Bewerber, sondern hatte sich in Absprache für Jörg Lauenroth-Mago (Bündnis 90/Die Grünen) aus Rätzlingen als Favoriten entschieden. Der Rätzlinger Ratsherr ist von Beruf Gewerkschaftssekretär und ebenfalls in der zweiten Wahlperiode im Stadtrat und in Ausschüssen vertreten.

Erster Wahldurchgang

Der erste Wahldurchgang erbrachte 14 Stimmen für Alex und 13 für Lauenroth-Mago bei einer ungültigen Stimmabgabe. Da keiner der beiden Bewerber 15 Stimmen auf sich vereinigen konnte, musste ein Wahlumlauf mit einfacher Mehrheit erfolgen. Zudem trat Lauenroth-Mago nicht mehr an. Trotzdem musste laut Geschäftsordnung formal nochmals geheim gewählt werden. Dabei entfielen 18 Stimmen auf den Etinger CDU-Vertreter. Jeweils eine Doublette des Wahlablaufs ergaben die Wahlen zum 1. stellvertretenden Vorsitzenden, den Lauenroth-Mago gegen den WfO-Mitbewerber Dr. Alexander Harms für sich entscheiden konnte. Zum zweiten Stellvertreter wurde dann Harms in offener Wahl mehrheitlich bei zwei Gegenstimmen gewählt.

Auch bei den im weiteren Verlauf der Sitzung folgenden Wahlgängen für Vertreter und Stellvertreter in Verbandsversammlungen von Gewässer-Unterhaltungsverbänden, für den Aufsichtsrat und für die Gesellschafterversammlung der Wohnungsbau GmbH sowie für die sogenannte Lokale Arbeitsgruppe (LAG) „Flechtinger Höhenzug“ wurden jeweils zwei Wahldurchgänge erforderlich.