Zwangspause genutzt

Oebisfelder Heimatfreunde verwirklichen trotz Corona Projekte im Freien

Anders als die Fuß- und Handballer, die aufgrund der Corona-Pandemie über Monate alle Aktivitäten einstellten, konnten die Mitglieder des Heimatvereins Oebisfelde zumindest einige Vorhaben im Freien realisieren. Aber nicht nur darüber zogen die Heimatfreunde am Sonnabend während ihrer Jahreshauptversammlung im Rittersaal Bilanz.

Von Jens Pickert
Ulrich Pettke (stehend), Vorsitzender des Heimatvereins, hielt am Sonnabend während der Jahreshauptversammlung im Rittersaal den Bericht des Vorstandes.
Ulrich Pettke (stehend), Vorsitzender des Heimatvereins, hielt am Sonnabend während der Jahreshauptversammlung im Rittersaal den Bericht des Vorstandes. Foto: Jens Pickert

Oebisfelde - Seit Jahrzehnten schauen die Heimatfreunde im Frühjahr auf das vergangene Jahr zurück. Corona brachte jedoch alles durcheinander, so dass erst am Sonnabend die Bilanz auf dem Programm stand. Vieles war bei den 42 anwesenden Vereinsmitgliedern bereits in Vergessenheit geraten. Vorsitzender Ulrich Pettke erinnerte daran.

„Dass wir 2020 sowohl im privaten als auch im beruflichen und gesellschaftlichen Bereich alle mit großen Herausforderungen und auch Einschnitten zu kämpfen hatten, bedarf eigentlich keiner Erwähnung. Für unseren Verein bedeutete dies, dass wir von den ursprünglich 22 geplanten Veranstaltungen, die wir selbst organisieren oder an denen wir uns beteiligen wollten, nur fünf übrig geblieben sind“, sagte der Vereinschef. Neben der Dankeschönveranstaltung im Januar waren es noch die Grünkohlwanderung mit den Velpker Freunden im Februar, die Frauentagsfeier im März sowie der Tag des offenen Denkmals mit dem Turmtreppenlauf am 13. September. Als Letztes sei dann noch die zweimal verschobene Jahreshauptversammlung mit der Neuwahl des Vorstandes ausgefallen. Die Wahl konnte im November als Briefwahl abgehalten werden.

Dazu Ulrich Pettke: „Organisatorisch mit zirka 200 abzuschickenden Briefen und knapp 2500 Ablichtungen war das eine Herausforderung für den Vorstand. Doch ist auch hier – dank der guten Zusammenarbeit - alles gut über die Bühne gegangen. Die Beteiligung an der Briefwahl war hervorragend. Sie lag knapp unter 90 Prozent.“

Finanzielle Einbußen durch weniger Besucher

Bei dieser Wahl habe es dann personelle Veränderungen gegeben. Brigitte Langhof schied nach vielen Jahren aus dem Vorstand aus. Gewählt wurden hingegen Marlis Hoffmann sowie Niklas Nienstedt. Mit Blick auf die ausgefallenen Veranstaltungen, Feiern und die Busfahrt sowie die finanziellen Einschnitte durch die stark gesunkenen Besucherzahlen im Museum, Burgturm oder bei den Museums-, Burg- und Altstadtführungen beziehungsweise bei den Nachtwächterführungen, die komplett ausgefallen sind, hatte der Verein beträchtliche Einbrüche zu verzeichnen.

„Die Museumssaison konnte wegen der erforderlichen Hygieneauflagen erst am 1. Juni starten. Zudem mussten wir wegen der Gesundheitsrisiken auch die Museumsbelegung ändern, um unsere älteren Betreuer keiner Gefahr auszusetzen.“ Während der Saison seien im Tagesdurchschnitt dann auch deutlich weniger Besucher gekommen als in den Vorjahren. Gleiches gelte für die gebuchten Führungen. „Hatten wir in den Jahren davor stets zwischen 30 bis über 40 Besuchergruppen im Jahr, waren es 2020 nur 20 und 2 Vorträge“, merkte Ulrich Pettke an. „Trotz der vielen Ausfälle bei den Veranstaltungen waren wir im vergangenen Jahr jedoch nicht passiv. Hinsichtlich unserer Aktivitäten hatten wir trotzdem zahlreiche Arbeitseinsätze absolviert. Erfreulich war unser Erfolg beim Demografiepreis von Sachsen-Anhalt.“ Mit dem Projekt Altstadtrundweg, zusammengestellt von Christiane Schütrumpf, errang der Verein den zweiten Platz und erhielt 1000 Euro. Angesichts der finanziellen Ausfälle ein sehr willkommener Geldregen.

Schmierereien und Zerstörungen

Bereitete Corona nicht schon genug Ärger, sei es auch wieder zu Schmierereien und Zerstörungen an Objekten des Vereins gekommen. So an den Lehrtafeln, der Radweginfostelle und dem Bilderrahmen auf dem Dämmchen, aber auch an der Sitzgruppe an der Grenzinfotafel bei Büstedt und am Grenzmahnmal der Stadt an der Aller.

„Trotz Corona haben wir nicht die Hände in den Schoss gelegt, sondern das angepackt, was machbar war. Bedanken möchte ich mich bei allen, die die Projekte mit umgesetzt haben, aber auch bei denen, die aufgrund ihres Alters oder der Gesundheit kürzer treten müssen, unserem Verein aber weiterhin die Treue halten“, betonte Pettke.